Paläontologie : Dinoknochen aus dem Drucker

Nun haben auch Paläontologen den 3-D-Druck für sich entdeckt. Statt lange zu präparieren, ließen Berliner Forscher mit Hilfe von Daten eines CT-Scans das dreidimensionale Abbild eines Dino-Wirbels entstehen. Bis zur echten Wiederauferstehung solcher Urzeittiere ist es aber noch sehr weit.

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Frisch ausgedruckt. Der Wirbel des Plateosaurus, der vor 210 Millionen Jahren in der Gegend des heutigen Sachsen-Anhalt lebte.
Frisch ausgedruckt. Der Wirbel des Plateosaurus, der vor 210 Millionen Jahren in der Gegend des heutigen Sachsen-Anhalt lebte.Foto: Radiology and RSNA/dpa

Pünktlich zu Weihnachten beginnt das große Fressen. Es gibt mal wieder einen Dinofilm, in dem der böse Tyrannosaurus Rex einem putzigen Pflanzenfresser nachstellt. Noch ist es ein Animationsfilm, aber wer weiß, vielleicht streifen eines Tages wieder echte Saurier umher, die man einfach abfilmt. Der neuen 3-D-Druck-Technik ist schließlich alles zuzutrauen.
Längst kann man Abbilder seiner selbst in drei Dimensionen entstehen lassen oder Teile einer Pistole, die kurz darauf gebrauchsfertig ist. Die Nasa experimentiert natürlich auch mit 3-D-Druckern und wird nicht eher ruhen, bevor sie nicht komplette Raumschiffe zuwege bringt. Nun haben auch die Dinoforscher das Verfahren für sich entdeckt.
Finden sie irgendwo versteinerte Knochen, werden die fossilen Reste meist mit Gipsbinden umhüllt, um sie sicher ins heimische Labor zu bringen. Wehe, die Beschriftung geht verloren. Genau das ist im Berliner Naturkundemuseum geschehen, als dort während des Krieges eine Bombe einschlug. Alles durcheinander, keiner wusste, in welcher Hülle welcher Knochen steckte.

Fundstück. Dieses unförmige Objekt wurde mittels Computertomografie durchleuchtet, um auf den Inhalt zu schließen.
Fundstück. Dieses unförmige Objekt wurde mittels Computertomografie durchleuchtet, um auf den Inhalt zu schließen.Foto: Radiology and RSNA/dpa


Es ist ziemlich aufwendig, die Gipsbandagen zu entfernen, nur um zu sehen, was sich darunter verbirgt. Noch aufwendiger ist es übrigens, die fossilen Knochen aus dem umgebenden Gestein freizulegen. Die Paläontologen brachten daher einige der verschlossenen Proben in die Radiologie der nahen Charité, um einen CT-Scan anfertigen zu lassen. Anhand der Bilder sowie von Grabungsskizzen konnten die fossilen Schätze wieder zugeordnet werden.
Warum aber sollten sie für immer in Gips und Gestein verborgen bleiben? Also wurde das 3-D-Labor der TU Berlin kontaktiert, das bereits aus den CT-Daten des verblichenen Eisbären Knut ein knuddeliges Abbild erschaffen hatte. Nach 20 Stunden Druckerei war der wassermelonengroße Wirbelknochen eines 210 Millionen Jahre alten Plateosaurus fertig.

Wollte man einen kompletten Dino haben, müsste man wohl wochenlang drucken – und hätte doch nur ein Skelett. Diesem auch noch Leben einzuhauchen, ist ungleich schwieriger. Zwar gibt es einige Wissenschaftler, die versuchen, Mammuts aus dem Permafrost durch Klonen wiederauferstehen zu lassen. Doch das bislang erfolglos. Bei den wesentlich älteren Dinos gilt es als fast unmöglich, dass ihr Erbgut bis heute erhalten geblieben ist und wieder aktiviert werden kann. So lange müssen wir uns mit Animationsfilmen begnügen.

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