Paläontologie : Urzeit-Krebs hatte modernes Gehirn

Ein erstaunlich gut erhaltenes Fossil aus China verblüfft Forscher: Komplexe Gehirne entstanden deutlich früher als bisher gedacht.

Denkerpose. An dem Fuxianhuia-Fossil sind nach Ansicht der Forscher drei Teile des Gehirns zu erkennen.
Denkerpose. An dem Fuxianhuia-Fossil sind nach Ansicht der Forscher drei Teile des Gehirns zu erkennen.Foto: Xiaoya Ma

Schon vor 520 Millionen Jahren besaß ein Vorfahre der heutigen Insekten und Krebse ein Gehirn mit einem dreigliedrigen Aufbau. Das zeigt ein in China entdecktes Fossil des urzeitlichen Gliederfüßers Fuxianhuia protensa. Es besitze ein außerordentlich gut erhaltenes zentrales Nervensystem und zeige erstmals, wie wenig sich die Grundorganisation des Gehirns bei den Gliederfüßern im Lauf von Jahrmillionen geändert habe, schreiben die Forscher in „Nature“. Zwar hätten sich anhängende Komponenten wie Augen, Antennen und andere Sinnesorgane gewandelt, aber sie würden nach wie vor in die gleichen grundlegenden Schaltkreise münden.

„Keiner hat ein so fortgeschrittenes Gehirn so früh in der Evolution der mehrzelligen Tiere erwartet“, sagt Studienleiter Nicholas Strausfeld von der Universität von Arizona in Tucson. Das vor etwa 500 Millionen Jahren endende Zeitalter des Kambriums gilt als die Phase in der Erdgeschichte, in der sich mehrzellige Organismen erstmals rapide verbreiteten. Viele Grundbaupläne von noch heute existierenden Tiergruppen haben ihren Ursprung in dieser Zeit. Über die Nervensysteme der frühen Mehrzeller war bisher kaum etwas bekannt. Nur selten sind die empfindlichen Gewebe in Fossilien aus dieser Zeit erhalten. Ein Fund wie der des Fuxianhuia protensa sei daher ein echter Meilenstein. dapd

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