Paläontologie : Wie man das Geschlecht eines Dinos bestimmt

Männlich oder weiblich? Das ist bei Dinosaurier-Fossilen oft schwer zu sagen. Eine Substanz in den Knochen könnte darüber Auskunft geben.

Finde den Unterschied. Die Zeichnung zeigt ein "schwangeres" Weibchen kurz vor der Eiablage (vorn) sowie ein nicht trächtiges Tier.
Finde den Unterschied. Die Zeichnung zeigt ein "schwangeres" Weibchen kurz vor der Eiablage (vorn) sowie ein nicht trächtiges...Abb.: Mark Hallett

Die Geschlechtsbestimmung von Dinosauriern könnte künftig einfacher sein - wenn Paläontologen Merkmale entdecken, die jetzt bei einem „schwangeren“ T. rex gefunden wurden. In dem 68 Millionen Jahre alten Skelett wurde der Fund einer Knochensubstanz bestätigt, die weibliche Vögel für Eierschalen bilden. Das berichten Wissenschaftler der North Carolina State University im Fachblatt „Scientific Reports“. Bisher habe sich das Geschlecht eines Fossils nur unsicher definieren lassen, schreiben die Forscher. Mit der nun bestätigten Methode hätten sie eine Methode, um sichergehen zu können.

Bei vielen Fossilien dürfte der Nachweis schwierig sein

Schon 2005 vermutete die Paläontologin Mary Schweitzer, dass sich sogenannter medullärer Knochen im Oberschenkel eines T. rex befindet, der vor 68 Millionen Jahren im heutigen US-Bundesstaat Montana gelebt hatte. Nun hätten weitere Tests die Unsicherheiten ausgeräumt. „Diese Analyse lässt uns das Geschlecht des Fossils bestimmen und gibt uns Einblicke in die Evolution des Eierlegens bei modernen Vögeln“, sagt Schweitzer. Ein Nachweis der flüchtigen Substanz sei allerdings bei vielen Fossilien nur schwer möglich.

„Damit kann man mit guter Wahrscheinlichkeit sagen: Das ist ein weiblicher Dinosaurier. Wir haben jetzt viele Möglichkeiten in der Zukunft“, sagte Paläontologe Heinrich Mallison vom Museum für Naturkunde Berlin, wo derzeit ein Tyrannosaurus rex ausgestellt ist. Forscher könnten gezielt Dinosaurier-Fossilien auf die Knochensubstanz testen. Bisher habe man zur Geschlechtsbestimmung nur auf Indizien setzen können, sagte Mallison, der nicht an der Studie beteiligt war. Anhand der Beckengröße etwa ließen sich weibliche und männliche Tyrannosaurier kaum unterscheiden: Weil die Eier im Vergleich zum Körper sehr klein waren, brauchte das Weibchen kein größeres Becken. Auch ein vergleichsweise stabilerer Knochenbau bei Dinosauriern sei nur ein Hinweis auf ein Weibchen, der aber auch irreführend sein könne. (dpa)

1 Kommentar

Neuester Kommentar