Peter Andreas Grünberg : Ein Leben vor dem Nobelpreis

Für Peter Grünberg ist der Nobelpreis sicher nicht die erste Auszeichnung seiner Forschungsleistung, wohl aber die bekannteste. Er selbst hätte sich gewünscht, den Preis für eine Umwelttechnik zu erhalten.

Grünberg
Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den Deutschen Peter Grünberg und den Franzosen Albert Fert. -Foto: dpa

Hamburg/StockholmDer neueste deutsche Nobelpreisträger heißt mit vollem Namen Peter Andreas Grünberg. Er wurde am 18. Mai 1939 in Pilsen im heutigen Tschechien geboren. Seine Eltern zogen 1946 ins hessische Lauterbach. Nach einem Studium in Frankfurt am Main und Darmstadt absolvierte Grünberg Forschungsaufenthalte unter anderem in Kanada, den USA und Japan. 1972 kam er ans Forschungszentrum Jülich.

Mit seiner Frau Helma hat er drei Kinder; die jüngste Tochter des Paares wurde 1981 geboren. Seit der Entdeckung des Riesenmagnetowiderstands 1988 hat Grünberg mehrere Auszeichnungen bekommen, darunter den Zukunftspreis 1998 und die Ehrendoktorwürde der Universität Bochum (2002). Zudem erhielt er 2007 den renommierten israelischen Wolf Prize. Mit seinen Mitstreitern Albert Fert von der Université Paris-Sud und Stuart Parkin vom Computerkonzern IBM teilte sich Grünberg den Internationalen Preis für Neue Materialien 1994 der American Physical Society und den Hewlett-Packard-Europhysics-Preis der Europäischen Physikergesellschaft EPS. Darüber hinaus wurde Grünberg Europäischer Erfinder des Jahres 2006. 1998 gewann er den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten, erst im Januar den Japan-Preis 2007.

Gitarre und Sport

Peter Grünberg liebt außer der Wissenschaft Musik und Sport. "Ich habe viele Jahre intensiv klassische Gitarre gespielt; heute brauche ich als Ausgleich den Sport", erzählte der mehrfach ausgezeichnete Physiker einmal. Der heute 68-Jährige arbeitete mehr als 30 Jahre am Forschungszentrum Jülich und trat 2004 offiziell in den Ruhestand. Dennoch kommt er noch mehrmals wöchentlich in sein Büro.

Seinen aus der Grundlagenforschung geborenen Beitrag zur Computertechnik betrachtet Grünberg ohne übertriebene Leidenschaft: "Ich hätte mir eigentlich mehr gewünscht, dass ich im Bereich Energieeinsparung, im Bereich Umwelt eine Entdeckung mache oder etwas voranbringe", bekannte er zur Verleihung des Deutschen Zukunftspreises 1998. Forscher würden jedoch in der Regel dem folgen, was möglich erscheine, und nicht dem, was nötig sei. (mit AFP/dpa)

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