Wissen : Pioniere der Technik

Bedeutende Wissenschaftler prägten die Geschichte der TU

Förster/Schilfert

Fähige Köpfe, streitbare Geister: Die Geschichte der TU Berlin und ihrer Vorgänger durchziehen bekannte Namen. In ihren frühen Tagen setzte sich Alois Riedler dafür ein, dass die Hochschule ein Laboratorium für Maschinenbau erhielt. Adolf Slaby, der erste Professor für Elektrotechnik an der Hochschule, förderte die drahtlose Telegrafie. So entstand in Berlin – neben Siemens und AEG – mit Telefunken ein weiterer Schwerpunkt der elektrotechnischen Industrie. Eine weitere Pioniertat vollbrachte August Wöhler: Er konzipierte eine Versuchsanstalt zur Prüfung von Materialien. In den Zwanzigerjahren kamen Georg Schlesinger, Goetz Briefs und Willy Prion an die Hochschule. Sie verbanden die Wirtschaftswissenschaften mit der Ausbildung in technischen Fächern, rückten Produktion und Betriebsklima in den Blickpunkt der Forschungen. Briefs gründete 1928 das erste betriebssoziologische Institut an einer deutschen Hochschule. Nobelpreisträger Gustav Hertz errichtete 1927 ein physikalisches Institut in Berlin. 1931 entwickelte Ernst Ruska das erste serienreife Elektronenmikroskop. Dafür erhielt er 1986 den Nobelpreis. Mit dem Machtantritt der Nazis mussten Briefs, Schlesinger, Prion und Hertz ins Exil gehen. Der junge Ingenieur Konrad Zuse blieb in der Stadt: Er konstruierte den Z3, die erste programmierbare Rechenmaschine der Welt. In den Fünfzigerjahren richtete die TU Berlin ihr erstes Rechenzentrum ein.

Buch zum Jubiläum: Eberhard Knobloch (Hrsg.): „The shoulders on which we stand – Wegbereiter der Wissenschaft – 125 Jahre TU Berlin“, Springer Verlag 2004, 242 Seiten, gebunden, 29,95 Euro .

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