Plattform "Deepwater Horizon" : Öl-Havarie schädigte Herzen und Flossen von Fischen

Öl-Katastrophen können Herzdefekte bei frisch geschlüpften Fischlarven auslösen. Das berichten Forscher, die Auswirkungen der havarierten Ölplattform „Deepwater Horizon“ untersuchten.

Katastrophe. Vor vier Jahren explodierte die Plattform „Deepwater Horizon“, massenhaft Öl gelangte ins Meer.
Katastrophe. Vor vier Jahren explodierte die Plattform „Deepwater Horizon“, massenhaft Öl gelangte ins Meer.Foto: dpa

Die Forscher hatten die Auswirkungen der havarierten Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko auf die Entwicklung von Fischembryonen untersucht. Das Team um John Incardona verwendete Öl, das direkt von der Wasseroberfläche in dem Gebiet und vom Leck der Ölplattform stammte. Sie präsentieren ihre Studie im Fachmagazin „PNAS“.

Gefährlich seien für die Fische vor allem die im Öl enthaltenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (Pak) – Substanzen, die auch in Abgasen enthalten sind oder beim Grillen und Rauchen entstehen. Die Forscher analysierten, wie sich verschiedene Pak-Konzentrationen im Wasser auf die Entwicklung von Embryonen zweier Thunfischarten und einer Makrelenart auswirkten.

Alle Fischarten wiesen nahezu identische Defekte auf: Mängel bei der Herzentwicklung der Embryonen, ein verlangsamter Herzschlag und Herzrhythmusstörungen. Auch die Flossenentwicklung war beeinträchtigt. Viele Embryonen bildeten weniger Flossenstrahlen aus, ihre Flossen waren kleiner und auch verkrümmt. Dabei waren die Pak-Konzentrationen in der Studie oft noch geringer als die Messwerte der Wasserproben aus dem Golf von Mexiko, betonen die Wissenschaftler. (dpa)

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