Wissen : Prämien vom Bund für Absolventen SPD-Forum schlägt neue Uni-Finanzierung vor

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Mehr Sicherheit in wissenschaftlichen Karrieren und mehr Hilfe vom Bund für die Hochschulen: Das schlägt das Wissenschaftsforum der SPD in einem Thesenpapier zur „Hochschulfinanzierung 2020“ vor. Demnach sollen Bund und Länder einen „Hochschulzukunftspakt“ vereinbaren, mit dem der Bund dauerhaft in die Grundfinanzierung der Hochschulen einsteigt. Pro Studienabschluss soll der Bund einen Betrag an die Hochschulen überweisen. So könnten bei 300 000 Absolventen jährlich anderthalb Milliarden Euro vom Bund in die Hochschulen fließen. Edelgard Bulmahn, die Vorsitzende des Forums und frühere Bundesforschungsministerin, sagte dem Tagesspiegel: „Damit erreichen wir den nötigen Mentalitätswandel. Die Lehre wird so wichtig wie die Forschung.“ Außerdem würden die Länder motiviert, Studienplätze aufzubauen oder zu halten. Da der Bund sich nach der von Bulmahn geforderten Verfassungsänderung dauerhaft finanziell an den Hochschulen beteiligen würde, bekämen diese Planungssicherheit. Um zu verhindern, dass die Hochschulen ihre Standards senken, um möglichst viele Absolventen zu produzieren, müssten mehrere Faktoren „gestaffelt“ werden, sagte Bulmahn.

Das Forum empfiehlt „die generelle Einführung“ des Tenure-Tracks für die von Bulmahn eingeführten Juniorprofessoren sowie die „Wiedereinführung eines lehrenden Mittelbaus“. Diese „Lecturer“ sollen selbst Drittmittel für ihre Forschung beantragen dürfen und sich für eine Professur qualifizieren können. Auch dauerhafte Stellen für Lecturer sollen entstehen. Dass diese die Universitäten „verstopfen“, wie immer wieder befürchtet wird, glaubt Bulmahn nicht: „Es hängt doch von der Personalplanung einer Hochschule ab, wie viele solcher Stellen sie schafft.“ Der Bund soll schon jetzt mit einem Tenure-Track-Programm und einem Lecturer-Programm vorangehen.

Die Exzellenzinitiative soll fortgeführt werden, allerdings „in modifizierter Form unter Einbeziehung der Lehre“ und mit längeren „Förderzeiträumen“, damit die Unis nicht ständig neue Anträge schreiben müssen. Anja Kühne

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