Wissen : Preismodell auch für die Charité Jede Professorin bringt Unimedizin 35 000 Euro

Der Senat von Berlin hat am Dienstag einen Hochschulvertrag für die Charité beschlossen. Wie schon für die Hochschulen vereinbart, soll jetzt auch der Landeszuschuss für die Universitätsmedizin nach dem Preismodell vergeben werden. 2011 bis 2013 könne die Charité ihren jährlichen Zuschuss von 176,7 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 196,1 Millionen Euro im Jahr 2013 steigern, erklärte Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner. 2013 sollten davon 6,5 Millionen Euro nach Leistungskriterien vergeben werden.

Als Leistungen zählten etwa eingeworbene Forschungsgelder (Drittmittel), die Förderung von Vielfalt beim Personal und die Nachwuchsförderung. Wirbt die Charité einen Sonderforschungsbereich ein, solle sie 700 000 Euro zusätzlich erhalten, berufe sie eine Frau auf eine Lebenszeitprofessur, werde das mit 35 000 Euro belohnt, ein Studienanfänger mit Migrationshintergrund ebenso wie eine abgeschlossene Promotion mit 10 000 Euro. Vergütet werden sollen auch „wirtschaftliche Strukturen“ in Lehre und Forschung, mehr Kooperationen mit Unis, Außeruniversitären und der Wirtschaft.

Der Vertrag sei ein weiterer Schritt zur Autonomie der Berliner Unimedizin, die 2005 aus den Uniklinika von Humboldt- und Freier Universität gebildet wurde, heißt es. Bislang wurden die Zuwendungen über Hochschulverträge der Unis geregelt. Die höchstmögliche Förderung bis 2013 setzt sich folgendermaßen zusammen: Zum Landeszuschuss von 183,7 Millionen Euro kommen 2012 5,5 Millionen Euro und 2013 12,4 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt für den Aufbau zusätzlicher Studienplätze. Für Investitionen wie kleinere Baumaßnahmen soll die Charité 33,7 Millionen Euro im Jahr erhalten. Dazu kommen – außerhalb des Vertrages – 330 Millionen Euro aus dem Bauprogramm „Masterplan Charité“, aus dem vor allem die Sanierung des Bettenhochhauses in Mitte finanziert wird.

Bevor Senat und Charité den Vertrag abschließen können, müssen noch Abgeordnetenhaus und Aufsichtsrat zustimmen. Der Fakultätsrat habe den Vertrag bereits abgesegnet, sagte eine Charité-Sprecherin. Der Senatsbeschluss sei eine wichtige Entscheidung, weil die Unimedizin nun für drei Jahre Planungssicherheit erhalte und der Landeszuschuss steige. Der wissenschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Nicolas Zimmer, kritisierte, dass nicht beantwortet werde, wie der Investitionsmangel der Charité von 690 Millionen Euro über die 330 Millionen hinaus behoben werden könnte. -ry

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