Wissen : Private Hochschule für Hoteliers Neue FH kooperiert mit Adlon und Sushi-Circle

Anna Bernhardt

Berlin hat eine neue „Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur“ (HWTK). Der Name verheißt einen ambitionierten interdisziplinären Ansatz, doch Kultur kommt im Programm der Hochschule auf absehbare Zeit nicht vor. Die private Fachhochschule bietet Studiengänge in Business Administration an, in Fachrichtungen wie Hotel- und Tourismusmanagement oder Messe- und Kongressmanagement. Unter den Kooperationspartnern für duale Studiengänge oder Praktika sind Berliner Hotels wie das „Interconti“ und das „Adlon“, das Berliner Tourismusportal „visit berlin“ und die Schnellrestaurantkette „Sushi-Circle“. Von der Senatsverwaltung für Bildung und Wissenschaft wurde die HWTK zunächst befristet staatlich anerkannt, sie kann zum Wintersemester ihren Betrieb aufnehmen. Doch das Etikett „Kultur“ trägt die FH bislang zu Unrecht, es gibt keinen Studiengang mit einem kulturellen Bezug. HWTK-Präsident Hermann Knödel erklärte auf Anfrage, Angebote zu Kulturmanagement oder Kunstmarkt sollten später hinzukommen.

Nun gibt es in Berlin neben vier staatlichen Universitäten bereits elf staatliche, zwei konfessionelle und 27 private Fachhochschulen. Einige private Neugründungen der vergangenen zehn Jahre wie die Design-Fachhochschule „Educon“ oder die „University of Management and Communication (FH)“ sind gescheitert. Gibt es tatsächlich Bedarf für eine weitere Hochschule mit Wirtschaftsprofil, die zudem eine monatliche Gebühr von 550 Euro verlangt? Neu am Angebot der HWTK sei, dass Studierende mit jedem Semester flexibel zwischen Vollzeit-, Fern- und dualem Studium wechseln könnten, sagt Kanzlerin Suzan Edebali. Bei einem Pflichtpraktikum im regulären Studium könne es leicht passieren, dass die Unternehmen ein festes Arbeitsverhältnis anbieten. „An der HWTK kann man ohne Zeitverlust in ein duales Studium wechseln“, erklärt Edebali. Die Studierenden arbeiten dann zu gleichen Teilen im Unternehmen und studieren an der Hochschule. So könnten sie Berufserfahrung sammeln und hätten eine reale Chance auf spätere Übernahme.

Noch ist die Professorenzahl der HWTK überschaubar: Neben Präsident Hermann Knödler, der Volks- und Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Worms und der Internationalen Berufsakademie in Heidelberg gelehrt hat, sind bislang erst zwei Professoren berufen worden. „Die anderen werden abhängig von Studentenzahl und Bewerbungslage besetzt“, sagt Knödler. Finanziert wird die Hochschule – neben den Studiengebühren – von der gemeinnützigen F+U- Unternehmensgruppe, die in Deutschland seit 30 Jahren Fachschulen, Berufsakademien und Fachhochschulen mit zumeist weiterbildenden Kursen und Studiengängen betreibt. In drei Jahren muss die HWTK eine hohe Hürde überwinden, dann wird die vorläufige staatliche Akkreditierung vom Wissenschaftsrat überprüft. Anna Bernhardt

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