Privatuniversitäten : Witten verhandelt

Die vom Bankrott bedrohte Privatuni Witten sucht fieberhaft nach einer Lösung für ihre Finanzkrise - Gesundheitskonzern SRH ist aber kein Partner

Amory Burchard

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass das Land Nordrhein-Westfalen seinen 4,5-Millionen-Euro-Zuschuss für die größte Privatuniversität in Deutschland kündigt. „Wir verhandeln mit mehreren potenziellen Partnern“, sagte jetzt UWH-Sprecher Ralf Hermersdorfer am Freitag. Der SRH-Konzern, der seit 2007 als Sponsor im Gespräch ist, steht allerdings nicht für eine schnelle Finanzspritze zur Verfügung. Einen Bericht der „Frankfurter Rundschau“ vom Freitag, dass Witten-Herdecke mit der Stiftung Rehabilitation Heidelberg (SRH) Sondierungsgespräche führe, dementierte Hermersdorfer.

Auch die SRH betonte gegenüber dem Tagesspiegel, sie verhandle aktuell nicht mit Witten-Herdecke. „Wir stehen nicht zur Verfügung, um akute Liquiditätslücken zu schließen“, sagte Konzern-Sprecher Nils Birschmann. Die SRH sei aber bereit, sich gegebenenfalls an einem Runden Tisch der Landesregierung zu Witten-Herdecke zu beteiligen. Bereits 2007 wollte sich der Bildungs- und Gesundheits-Konzern SRH an der UWH engagieren. Damals sei die Uni an das Unternehmen herangetreten, sagt Birschmann. Allerdings fehlt auch noch eine Universität im Portfolio des ehrgeizigen Unternehmens, das bundesweit Krankenhäuser, Schulen und private Fachhochschulen betreibt. Das Engagement in Witten-Herdecke scheiterte bislang am Widerstand der Unileitung und von Studierenden, die die die Vorgaben der SRH ablehnten.

Die Bedingungen für eine Beteiligung an der UWH hätten sich nicht geändert, sagte Birschmann. „Witten ist eine exzellente Universität, hat gute Ideen und tolle Leute, aber das Geschäftsmodell ist überholt.“ So müsse die Zahl der Studierenden erhöht und die Studiengebühren müssten direkt und nicht erst nach dem Studium gezahlt werden.

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