Wissen : Professoren gegen Akkreditierung Berliner Uni-Studenten fürchten FH-Konkurrenz

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) ruft seine 25 000 Mitglieder auf, sich nicht mehr als Gutachter an Akkreditierungsverfahren zu beteiligen. Die Akkreditierungsagenturen hätten bei der Überprüfung der Studierbarkeit von Studiengängen versagt, erklärte der Präsident des DHV, Bernhard Kempen. So hätten sie unter Hinweis auf die vermeintlich erforderliche Profilbildung hochspezialisierte Studiengänge verlangt. Dies habe die studentische Mobilität im Bachelorstudium nahezu unmöglich gemacht.

Auch sei die Arbeitsbilanz der Akkreditierungsagenturen „dürftig“: Zwei Drittel aller Bachelorstudiengänge und etwa die Hälfte aller Masterstudiengänge liefen an Deutschlands Universitäten trotz fehlender Akkreditierung ohne jede Beanstandung. „Die Universitäten zahlen also mindestens 15 000 Euro für ein ineffizientes Gütesiegel, das weder Wert noch Aussagekraft hat, dafür aber unnötigen Aufwand bereitet und fortlaufend Personal bindet“, so Kempen.

Unterdessen hat eine studentische Initiative der TU Berlin dem Regierenden Bürgermeister und dem Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses eine Liste mit 955 Unterschriften überreicht, um gegen die Zulassungsbedingungen zum Masterstudium in Berlin zu protestieren. Das „Fachschaftsteam“ kritisiert, dass die Abschlussnote im Bachelor nach dem Berliner Hochschulgesetz mit über 50 Prozent zu stark bei der Auswahlentscheidung zum Tragen komme.

Dabei werde aber nicht berücksichtigt, ob jemand seinen Bachelor an der Fachhochschule oder an der Universität erworben habe – die „vollkommen unterschiedlichen Lehr- und Prüfungsniveaus sowie stark variierende Lehrinhalte je nach Art der Bildungseinrichtung“ würden kaum beachtet. Sie müssten aber gegenüber der Abschlussnote mehr Gewicht erhalten. Wie die Unis dabei verfahren, sollten sie selbst entscheiden. So vergebe die Uni Karlsruhe nur 100 von 440 Punkten im Zulassungsverfahren für die Abschlussnote, die übrigen Punkte nach eigenen Kriterien. Für die „Reputation des Wissenschaftsstandorts Berlin“ seien die bisherigen Regeln „somit sehr unvorteilhaft“. akü

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