Professorengehälter : Was dem Hochschullehrer gebührt - und der Bildung

Junge Professorinnen und Professoren werden sich freuen über die Anerkennung, die das Bundesverfassungsgericht ihnen zollt. Doch darüber hinaus geht es auch um die Bildungsfinanzierung von der Kita bis zur Hochschule. Bund und Länder müssen gemeinsam mehr Geld ins System bringen.

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Unterbezahlt. Das Bundesverfassungsgericht sieht das Gehalt in der Gruppe W 2 als dem Amt eines Professors nicht angemessen.
Unterbezahlt. Das Bundesverfassungsgericht sieht das Gehalt in der Gruppe W 2 als dem Amt eines Professors nicht angemessen.Foto: dapd

An einer Massenuniversität ist ein Professor nicht mehr das, was er einmal war. Vom hoch bezahlten Ordinarius zum mäßig besoldeten Hochschullehrer, das schien der Preis für die Bildungsexpansion zu sein. Wenn immer mehr Studenten an die Hochschulen drängen, die Ressourcen der öffentlichen Haushalte aber begrenzt sind, müssen auch die Gehälter der Lehrenden beschnitten werden. So lautete die Logik von Bund und Ländern, als die sogenannte W-Besoldung eingeführt wurde. Wer am Anfang der Karriere auf eine W2-Professur berufen wird, verdient mit gut 4000 Euro gerade einmal so viel wie eine junge Studiendirektorin. Leistungszuschläge werden in Aussicht gestellt, aber die muss man sich erst verdienen.

Dieser Realität an den Hochschulen stemmen sich die Verfassungsrichter nun entgegen. Sie sprechen vom „Ansehen dieses Amtes in den Augen der Gesellschaft“, das honoriert werden müsse. Das Professorengehalt habe den hohen Anforderungen an den akademischen Werdegang zu entsprechen, den anspruchsvollen Aufgaben in Forschung und Lehre und fordernder Gremienarbeit, die mit dem Professorenamt verbunden sind. Das ist eine Wertschätzung, auf die junge Professoren lange gehofft haben. Viele sahen sich schon als unterbezahlte Lehrknechte.

Bei ihrem Urteil geht es den Richtern jedoch um mehr als Standespolitik. Indem sie die Entwertung der Professur stoppen, werten sie die Bildung insgesamt auf. Das macht den Spruch der Verfassungsrichter zu einem hochpolitischen Urteil mit weitreichender gesellschaftspolitischer Relevanz. Wissen ist die wichtigste Ressource für künftigen Wohlstand in Deutschland.

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