Wissen : Professorenschaft erneuert

Berlin berief seit 2006 gut 1000 neue Hochschullehrer

Berlins scheidender Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) sieht die Hochschulen der Stadt auf einem sehr guten Weg bei den Berufungen. Durch die hohe Zahl neu besetzter Professuren in seiner Amtszeit seit Ende 2006 hätten Universitäten und Fachhochschulen den anstehenden Generationswechsel bewältigt. Die Jahrgänge, die den Umbau der Berliner Hochschullandschaft nach der Wende von 1989 maßgeblich mitgestaltet haben, seien nun weitgehend im Ruhestand, sagte Zöllner am Dienstag nach der Senatssitzung.

Seit Herbst 2006 wurden von den insgesamt 2755 Professorenstellen an den staatlichen und kirchlichen Hochschulen 1056 neu besetzt. Im akademischen Jahr von Oktober 2010 und 2011 wurden 215 Berufungen abgeschlossen, acht mehr als im Vorjahr. Ein Rekordjahr war 2008/2009 mit 273 Neubesetzungen. Die Zahl der Berufungen seit 2006 schließt auch 372 befristete Stellen ein, darunter 156 Juniorprofessuren. Sie laufen nach sechs Jahren aus, wenn die Nachwuchswissenschaftler nicht auf eine Dauerstelle berufen werden (Tenure Track).

Zöllner sieht in der hohen Zahl der erfolgreichen Berufungen „ein weiteres Indiz für die Anziehungskraft der Berliner Wissenschaftslandschaft und die hohe Lebensqualität der Hauptstadt“.

Bundesweit führend ist Berlin beim Frauenanteil unter den Professoren. In den vergangenen fünf Jahren wurden 393 Frauen berufen, das sind 37 Prozent aller Neuberufungen – deutlich weniger als 2010/2011 mit 42 Prozent. Im vergangenen akademischen Jahr erhielten 124 Männer und 91 Frauen eine Professur. An den künstlerischen Hochschulen ist das Verhältnis umgekehrt, dort wurden 14 Frauen und sechs Männer berufen. Der Anteil der Professorinnen an allen Hochschularten liegt bei 28 Prozent.

Im Bundesdurchschnitt liegt der Frauenanteil bei den Professuren bei nur 18 Prozent. Berlin steht damit an der Spitze, es folgen Hamburg, Bremen und Niedersachsen mit jeweils gut 22 Prozent. Gleichwohl sei der Anteil von Frauen in Leitungspositionen der Hochschulen auch in Berlin noch zu niedrig, sagte Zöllner. Dass an der technisch ausgerichteten Beuth-Hochschule mit Monika Gross eine Frau zur Präsidentin gewählt wurde, sei aber ein „Signal in die richtige Richtung“. Gross ist Molekularbiologin und hat ihr Amt am 1. Oktober dieses Jahres angetreten. -ry

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