Protestbrief aus Berliner Hochschulen : Streit um Werbung für Zigaretten am Campus

Mehrere Professoren wehren sich gemeinsam mit dem „Forum Rauchfrei“ gegen Zigarettenwerbung an Hochschulen in Berlin. So werden im Auftrag eines Tabakkonzerns WG-Partys in Berlin organisiert.

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So nicht! Professoren in Berlin protestieren gegen Zigarettenwerbung auf dem Campus.
So nicht! Professoren in Berlin protestieren gegen Zigarettenwerbung auf dem Campus.Foto: dpa

In einem offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller vom 23. Juni schreiben die Professoren: „Wir beobachten mit großer Sorge, mit welch massivem Einsatz der Zigarettenproduzent Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH versucht, Studentinnen und Studenten zum Konsum seiner Marke Gauloises zu bewegen.“ 

Daten der Studierenden werden gesammelt

So habe Reemtsma in direkter Nähe zum Campus Schöneberg der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) an mehreren Tagen im Mai und Juni Promotionsstände aufstellen lassen, unter der Bezeichnung „Das Wahlfach“ und mit dem Slogan „Vive le Campus“. Das zeige, welche Zielgruppe angesprochen werden solle. Im Auftrag des Konzerns würden WG-Partys organisiert oder Gewinnspiele veranstaltet, bei denen Daten der Studierenden für Reemtsma gesammelt würden. Dabei verbiete das Vorläufige Tabakgesetz Zigarettenwerbung, die geeignet sei, unter 21-Jährige zum Rauchen zu verleiten. Müller solle sich dafür einsetzen, die Werbung zu unterbinden. Unterzeichner des Briefes sind neben dem „Forum Rauchfrei“ zehn Professoren aus den Bereichen Medizin und Gesundheit.

Das „Forum Rauchfrei“ teilt mit, es habe bereits Anzeigen beim Ordnungsamt erstattet, die aber ohne Ergebnis geblieben seien. Als Vorbild nennt das Forum Nürnbergs Oberbürgermeister. Er habe im Jahr 2013 erklärt, die Aktionen nicht mehr zu dulden. Von Reemtsma war bis zum Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten.

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