Proteste im AS der FU Berlin : Mit Tröten gegen Uni-Assist

Mit Tröten und Sprechchören: Studierende stören den Akademischen Senat der Freien Universität Berlin. Sie protestieren gegen Uni-Assist - der Verein diskriminiere ausländische Studierende bei der Bewerbung.

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FU-Studierende sprengen am Mittwoch den Akademischen Senat.
FU-Studierende sprengen am Mittwoch den Akademischen Senat.Foto: akü

Die Freie Universität soll ausländische Studierende nicht länger bei der Zulassung diskriminieren. Das fordern Studierende der FU. Mit Megafonen, Luftschlangen, Tröten und Sprechchören "Uni für alle und zwar umsonst" störten etwa 50 von ihnen die Sitzung des Akademischen Senats der FU am Mittwoch.

Ziel ist es, Uni-Assist zu verhindern

Ziel ist es zu verhindern, dass die FU Bewerbungen von Studierenden aus dem Ausland weiterhin über den privaten Verein Uni-Assist abwickelt. Schon durch die Bewerbungsgebühren von 75 Euro pro Erstbewerbung würden die ausländischen Studierenden diskriminiert. Die für diese Gebühr vorgenommene Vorprüfung ihrer Unterlagen durch Uni-Assist sei für die Bewerber undurchsichtig. Uni-Assist sei für Nachfragen zum Stand des Verfahrens nicht erreichbar. Teilweise melde sich der Verein mit Nachfragen bei den Bewerbern so spät zurück, dass diese die Zulassungsfrist nicht mehr einhalten können und sich erst im Folgejahr wieder bewerben können - und dann erneut die Gebühren aufbringen müssen. Bei Beschwerden würden Studierende von Uni-Assist zur Uni und von der Uni zurück zu Uni-Assist verwiesen. Die Zuständigkeiten seien unklar.

Uni-Assist ist schon seit Jahren in der Kritik

"Dies ist einer ,internationalen Netzwerkuniversität' unwürdig", heißt es in einem Antrag, den Studierendenvertreter am Mittwoch in den AS einbringen wollten. Die Unileitung wollte den Antrag aus formalen Gründen aber nur als Besprechungspunkt zulassen.

Der Verein Uni-Assist wird von 167 Hochschulen getragen, die ihn mit der Vorbereitung der Zulassung ausländischer Studierender beauftragt haben. Uni-Assist ist schon seit Jahren in der Kritik. Der Vizepräsident der FU für Studium, Klaus Hoffmann-Holland, gab zu, dass es bei Uni-Assist "Handlungsbedarf" gebe. Der Verein sei auch schon dabei, eine neue Software zu installieren, die es Bewerbern erlauben werde, den Stand ihres Verfahrens online zu verfolgen.

Vorschlag: Die FU soll Bewerbungen selbst abwickeln

Die Studierendenvertreter schlagen verschiedene Lösungen vor: So könne die FU die ausländischen Bewerbungen wieder wie früher selbst abwickeln. Denkbar sei auch, eine neue öffentliche zentrale Anlaufstelle zu schaffen. Als Zwischenlösung sei es möglich, die Verfahren an den Unis durchzuführen, die sich dabei aber Expertise aus einem zentralen Pool hinzuholen könnten.

Am Ende müsse das Ziel aber heißen: "Uni-Assist abschaffen", wie die Studierenden im AS skandierten.

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