Wissen : Raffinierte Verführung Laubenvögel setzen auf optische Täuschung

Vorsicht, Falle! Die aufwendig gestaltete Laube samt Vorplatz. Foto: Science/Laura Kelley
Vorsicht, Falle! Die aufwendig gestaltete Laube samt Vorplatz. Foto: Science/Laura Kelley

Laubenvogelmännchen bauen aufwendig gestaltete Lauben, in denen sie sogar komplexe optische Täuschungen erschaffen. Je besser ihnen das gelingt, desto größer ist der Erfolg bei den Weibchen, haben australische Biologen festgestellt. Wie sie im Fachblatt „Science“ berichten, bauen männliche Graulaubenvögel (Chlamydera nuchalis) aus kleinen Stöcken eine Bühne sowie einen Zugang, von dem aus das Weibchen in die Laube blickt. Damit stellen die Männchen sicher, dass die Angebetete genau aus der Perspektive schaut, in der die optische Illusion greift. Auf ihrer Bühne präsentieren die Männchen dann bunte Objekte. Den Hintergrund für die Show bilden graue und weiße Gegenstände wie Kiesel, Knochen, Muschel- und Schneckengehäuse.

Bereits vor einigen Jahren war John Endler von der Deakin-Universität in Geelong aufgefallen, dass die Männchen die weniger auffälligen Hintergrundobjekte der Größe nach ordnen – kleinere nach vorne, näher zum Eingang, größere dagegen nach hinten. Der so erzeugte optische Gradient lässt die Bühne von außen aus betrachtet kleiner wirken. Die Größenwahrnehmung des Beobachters wird getäuscht. In ihrer Untersuchung zeigen Endler und seine Kollegin Laura Kelley, dass sich die Mühe nachweislich lohnt. Weibchen entscheiden sich häufiger für die Männchen, deren Gradient besonders exakt ist und deren Lauben die Illusion der Größenwahrnehmung somit besonders gut vorgaukeln.

Warum die Erschaffung der optischen Täuschung an den Paarungserfolg gekoppelt ist, ist den Forschern noch nicht ganz klar. Sie halten für denkbar, dass ein regelmäßigeres Hintergrundmuster die vom Männchen präsentierten Gegenstände auffälliger macht oder sie auf der kleiner wirkenden Bühne größer wirken. wsa

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