Raumfahrt : Fasten im Weltall

Sheikh Muszaphar Shukor soll am 8. Oktober mit der Raumfähre Sojus zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Der erste malaysische Astronaut will auch im Weltall den Ramadan einhalten.

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Auf dem Weg ins All: Sheikh Muszaphar Shukor -Foto: AFP

Sternenstädtchen"Als Muslim hoffe ich, dass ich meine Pflichten erfüllen kann. Ich hoffe, dass ich auch im Weltall fasten kann", sagte Muszaphar im russischen Raumfahrtzentrum Sternenstädtchen mit Blick auf den islamischen Fastenmonat Ramadan. Der 35-jährige Arzt fügte allerdings hinzu, der Islam sei gegenüber Gläubigen sehr nachgiebig, die ihren Pflichten wegen der äußeren Umstände nicht nachkommen könnten.

"Wenn ich im All nicht fasten kann, dann darf ich das später nachholen, aber ich werde das alles mit meinem Kommandanten besprechen", sagte der Raumfahrer, der der erste Malaysier im All sein wird. Muszaphar wird seit einem Jahr im russischen Raumfahrtzentrum ausgebildet, auch sein Ersatzmann, der 27 Jahre alte Faiz Khaleed, trainiert dort.

Als Ausrichtung für die Gebete gen Mekka gilt der Abschussort der Rakete

Um dem Gläubigen bei seiner Mission im All zu helfen, hat das malaysische Ministerium für Islamische Entwicklung bereits ein 20-seitiges Vademecum mit Richtlinien für Ramadan im All herausgegeben. Darin wird auch für die eigentlich beim Gebet notwendigen Gesten ein Kompromiss gemacht: Wenn aufrechtes Stehen nicht möglich ist, darf der Gläubige in gebückter Haltung verweilen. Wenn er nicht stehen kann, darf er sitzen, und wenn er nicht sitzen kann, darf er liegen. Als Ausrichtung für die fünf Gebete, die jeden Tag in Richtung Mekka in Saudi-Arabien gesprochen werden müssen, gelte der Abschussort der Rakete, in diesem Fall der russische Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan.

Muszaphar fliegt eigentlich als eine Art Weltraumtourist zur ISS. Der Raumflug eines Malaysiers wurde 2003 vereinbart, als die Regierung in Kuala Lumpur Russland einen Rüstungsauftrag in Milliardenhöhe über 18 Suchoj-Kampfjets erteilte. Er will aber trotzdem bei Experimenten an Bord der ISS helfen. (mit AFP)

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