Raumfahrt : Nasa und Esa wollen Jupiter-Monde besuchen

Die Raumfahrtbehörden Nasa und Esa planen eine weitere milliardenschwere Roboter-Mission. Gemeinsam wollen sie die vier größten Monde des Planeten Jupiter erforschen. 2020 könnte die Sonde starten.

Jupiter
Der Rand der Jupiterkugel mit den vier großen Monden: Von oben nach unten heißen sie Io, Europa, Ganymed und Callisto. -Fotomontage: dpa

Washington Eine andere ins Auge gefasste Expedition zur Erkundung der größten Saturn-Monde Titan und Enceladus soll zwar weiter "hohe Priorität" haben, aber nicht den Vorrang, wie die Nasa mitteilte. Die Vertreter der US-Behörde und der Europäischen Raumfahrt-Agentur hätten nach sorgfältiger Prüfung beider Projekte bei einem Treffen in Washington entschieden, dass die Jupiter-Mission technisch am besten zu realisieren sei.

Allerdings ist es bis zur Verwirklichung noch ein weiter Weg. So muss die Finanzierung - schätzungsweise 2,5 bis drei Milliarden Dollar (1,9 bis 2,4 Milliarden Euro) - erst noch gesichert werden, wie etwa die "Washington Post" am Donnerstag berichtete. Die Nasa selbst erklärte, dass beide Behörden "mehrere weitere Schritte unternehmen" und detaillierte Studien machen müssten, bevor die Mission offiziell in die Wege geleitet werden könne.

Suche nach Leben im All

Im Mittelpunkt der angestrebten Mission mit je einer Sonde der Nasa und der Esa sollen die Jupiter-Monde Europa und Ganymed stehen. Geplant ist bisher ein Start des Duos im Jahr 2020. Nach dem Erreichen des Jupiter nach sechs Jahren sollen die Sonden dann die Monde Europa, Ganymed, Io und Callisto ins Visier nehmen. Wiederum zweieinhalb Jahre später soll die Nasa-Sonde in eine Umlaufbahn um Europa einschwenken, ihr Esa-"Bruder" in einen Orbit um Ganymed.

Die Wissenschaftler erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems und darüber, ob jenseits der Erde Leben im Universum existiert. Astronomen vermuten, dass Europa und Ganymed unterirdische Ozeane haben - eine mögliche "Heimat" für Mikroorganismen. Ganymed, der größte Mond unseres Sonnensystems, fasziniert die Wissenschaft außerdem wegen seines eigenen, im Innern erzeugten magnetischen Feldes. (küs/dpa)

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