Raumfahrt : Phoenix-Mission in den Startlöchern

Wie Phoenix aus der Asche geht das US-Raumfahrzeug auf die Suche nach Wasser

Katherine Sanderson

Ein mobiles Labor soll am Wochenende in Richtung Mars aufbrechen, um dort nach Wassereis unterhalb der Planetenoberfläche zu graben.

Der Start der NASA-Mission vom Kennedy Space Center ist für den frühen Morgen des 4. August vorgesehen. Wegen der schlechten Wetterlage hatte sich der Start um einen Tag verzögert (1).

Phoenix ist ausgestattet mit einer Reihe von wissenschaftlichen Instrumenten sowie einem langen, schwenkbaren Roboterarm und soll eine Region am Nordpol des Mars ansteuern, von der man annimmt, dass sie reich an unterirdischem Wassereis ist.

Die Robotersonde wird sanft in einem relativ flachen, unscheinbaren Gelände landen, denn die Landung ist ein bekannt kritischer Punkt. Phoenix ist das Nachfolgemodell des Mars Polar Lander, der 1999 den Kontakt zur Erde in genau dem Moment verlor, als er auf der Oberfläche aufsetzen sollte. Ferner beinhaltet Phoenix Bestandteile der im Jahr 2000 abgesagten NASA-Mission des Mars Surveyor.

Um der Hitze beim Eintritt in die Marsatmosphäre standzuhalten, ist Phoenix mit einem Hitzeschild ausgestattet, dazu kommt ein Fallschirm, der sein Absinken verlangsamt. Außerdem wurden kleine Steuerraketen entwickelt, um Phoenix sicher auf die Oberfläche zu geleiten. Die NASA hat bei der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA um Unterstützung durch die im Marsorbit befindliche Raumsonde Mars Express gebeten. Mars Express soll die Kamera auf Phoenix ausrichten und den Sinkflug überwachen.

Anbaggern

Wenn alles gut geht und Phoenix sein Ziel am 25. Mai 2008 erreicht, wird er die erste Woche damit zubringen, sich in seinem neuen Zuhause einzurichten. Zunächst wird der Roboter überprüfen, ob seine Sonnenkollektoren, seine Wetterbeobachtungsstation und sein Grabarm korrekt ausgefahren sind.

Anschließend erfolgt eine Panoramaaufnahme, ehe es an die Instrumententests geht: ein Massenspektrometer und verschiedene Kameras, dazu ein weiteres Analysegerät, das sowohl als Rasterelektronenmikroskop dient, wie auch für elektrochemische Untersuchungen oder zur Leitfähigkeitsmessung eingesetzt werden kann.

"Und dann wird gebaggert", sagt Deborah Bass, stellvertretende Projektwissenschaftlerin am Jet Propulsion Labor in Pasadena, Kalifornien. Proben der obersten Erdschicht werden auf ihren Mineralgehalt hin analysiert werden, darüber hinaus wird auf der Suche nach Wassereis eine Rinne ausgebaggert werden. Bass hofft, das Wassereis schon zwischen 2 und 10 Zentimeter unterhalb der Oberfläche zu finden, doch kann der 2,4 Meter lange Arm bis zu 50 Zentimeter tief graben, führt sie aus.

Diese Rinne wird außerdem nützlich sein, um einen Einblick in die chemischen Veränderungen und in die geologische Entwicklungsgeschichte des Mars zu erhalten. Die Wetterbeobachtungsstation wird die Temperaturen, die Wolken und den Staub auf dem Planeten überwachen, um zu untersuchen, ob und wie Wasser seinen Aggregatzustand ändert.

Die Mission ist auf 90 Tage angesetzt, könnte aber auf bis zu 150 Tage ausgedehnt werden, ehe Phoenix sich dem marsianischen Winter beugen muss. Es besteht nur eine geringe Aussicht darauf, dass die Instrumente die Kohlendioxid-Fröste auf dem Mars überleben könnten.

Trotzdem werden die Wissenschaftler der Mission im kommenden Frühling versuchen, Phoenix zu kontaktieren, doch sind sie dabei nicht sehr zuversichtlich: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Phoenix überlebt, ist nicht sehr groß", erklärt Bass.

(1) Phoenix ist erfolgreich gestartet und ist nun auf der Reise zum Mars mit einer Geschwindigkeit von mehr als 19.000 Kilometer pro Stunde.

Dieser Artikel wurde erstmals am 3.8.2007 bei news@nature.com veröffentlicht. doi: 10.1038/news070730-11. Übersetzung: Sonja Hinte. © 2007, Macmillan Publishers Ltd

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