Raumfahrt : Sojus-Kapsel landet mit "Reservevariante"

Der erste Astronaut Malaysias, Sheikh Muszaphar Shukor, ist nach seiner einwöchigen Mission in der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. Die Landung verlief allerdings nicht ganz nach Plan.

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Das russische Kontrollzentrum bei Moskau überwachte die Heimkehr von der ISS. -Foto: dpa

Shukor kehrte zusammen mit der 15. Langzeitbesatzung, die 196 Tage im All verbrachte, sicher zur Erde zurück - jedoch auf einer Ausweichflugbahn. Die russische Sojus-Kapsel landete um 12:39 Uhr (MESZ) einige hundert Kilometer westlich der zunächst geplanten Landungsstelle in der kasachischen Steppe, wie die Agentur Interfax aus dem russischen Kontrollzentrum bei Moskau meldete. Die Kapsel hatte um 09:14 Uhr über 350 Kilometer über der Erde von der Internationalen Raumstation ISS abgedockt.

Während des Rückflugs hatte der Bordcomputer die Sojus-Kapsel aus bislang ungeklärten Gründen auf eine Ersatzflugbahn umgeleitet. Durch die direktere Flugbahn war die Crew bei der Landung stärkeren Kräften ausgesetzt.

Im Kennedy-Raumfahrtzentrum in Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) hat indessen der Countdown für den Start der Raumfähre "Discovery" begonnen. Sie soll mit sieben Astronaten am 23. Oktober um 17:38 MESZ zur ISS starten.

Alle Besatzungsmitglieder der Kapsel wohlauf

Die beiden russischen Kosmonauten Fjordor Jurtschichin und Oleg Kotow sowie der malaysische Arzt Sheikh Muszaphar Shukor fühlten sich unmittelbar nach der Landung gut. Bei Temperaturen von sechs Grad in Kasachstan halfen die Rettungsmannschaften den drei Astronauten zunächst in frische, warme Kleidung und flogen sie anschließend zu medizinischen Untersuchungen. Shukor war als erster Astronaut seines Landes zu einem Kurzzeitaufenthalt auf die ISS geflogen.

Jurtschichin und Kotow hatten seit April an Bord der Internationalen Raumstation gearbeitet. Nun lösten sie der Russe Juri Malentschenko und die US-Astronautin Peggy Whitson als 16. Langzeitbesatzung ab. Whitson übernahm als erste Frau das Kommando auf der ISS.

Die beiden Kosmonauten waren vor ihrem Aufenthalt auf der ISS wenig weltraumerfahren: Kommandeur Jurtschichin absolvierte nur einen Kurzbesuch auf der ISS mit einem US-Shuttle. Bordingenieur Kotow war zuvor noch nie im Weltraum gewesen. Er war der 100. Kosmonaut, den die Russen ins All schickten. (mit dpa)

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