Raumfahrt : US-Shuttle "Endeavour" unterwegs zur ISS

Der Start ist geglückt: In der Nacht zum Samstag machten sich sieben Astronauten auf den Weg zur Raumstation ISS. In einer zweiwöchigen Mission sollen sie die Forschungseinrichtung erweitern.

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Die Endeavour ist wieder im Einsatz -Foto: dpa

WashingtonNach einem spektakulären Nachtstart ist der US-Shuttle "Endeavour" mit sieben Astronauten an Bord unterwegs zur Internationalen Raumstation ISS. Die Raumfähre hob pünktlich am Freitagabend (Ortszeit, 01.55 MEZ Samstag) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. Der Start in der Dunkelheit, der stets besonders viele Zuschauer anlockt, verlief nach Angaben der US-Weltraumbehörde NASA reibungslos. "Alle Systeme sehen gut aus", sagte ein NASA-Sprecher. Rund neun Minuten nach dem Start löste sich der Raketenbooster vom Shuttle.

Hauptaufgabe der zweiwöchigen Mission ist die Erweiterung der Raumstation. Außerdem werden die Astronauten mit den drei Bewohnern der ISS das zehnjährige Jubiläum der Station feiern. Das Andocken des Shuttle an die ISS ist für Sonntagabend geplant.

Neue Toilette im Gepäck

Im Gepäck des Shuttle finden sich eine neue Toilette, ein Heimtrainer sowie die Einrichtung für zwei weitere Schlafzimmer. Damit sollen vom nächsten Frühjahr an sechs statt der bisher drei Astronauten ständig auf der ISS leben können, teilte die US- Weltraumbehörde NASA mit. Außerdem sind wichtige Reparaturarbeiten am Drehgelenk eines der riesigen Sonnensegel vorgesehen, die die Stromversorgung garantieren. Das Drehgelenk ist bereits seit über einem Jahr defekt. Es heißt, das Gelenk müsse besser geschmiert werden. Insgesamt sind vier Außeneinsätze der Astronauten geplant.

Die Raumfähre liefert zudem eine Recycling-Anlage, die aus dem Urin der Astronauten sowie aus dem Kondenswasser der Atemluft Trinkwasser herstellen kann. Bisher musste Trinkwasser von der Erde herangeschafft werden. Dies gilt vor allem als unerlässlicher Schritt für längere Weltraummissionen etwa zum Mars oder für eine ständige Mondstation.

Seit dem Jahr 2000 ist die Station ständig besetzt

Das Jubiläum der "Grundsteinlegung" wird am 20. November gefeiert. Vor dann genau zehn Jahren war eine russische Proton-Trägerrakete mit einem ersten, 24 Tonnen schweren Bauteil ins All gestartet. Seit 2000 ist die Station, die mit ihren riesigen Sonnensegeln über 80 Meter Spannweite hat, ständig besetzt. Im Sommer 2006 war der Astronaut Thomas Reiter als erster Deutscher auf der ISS, Anfang 2008 kam das europäische Weltraumlabor "Columbus" hinzu. Gut ein Dutzend Nationen, neben den USA und Russland vor allem die Europäer, Japan und Kanada, sind mit von der Partie. (mfa/dpa)

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