REAKTIONEN : Ja zu „Hausaufgaben“

Die OECD kritisiert die in Deutschland sinkende Zahl der Studienanfänger. Mit 34 Prozent habe sich die Quote 2007 im dritten Jahr in Folge verringert. Allerdings wird auch auf die 2008 gestiegene Zahl von 36 Prozent verwiesen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) betonte am Dienstag, dass es im Wintersemester 2008/2009 bereits 39 Prozent Studienanfänger gewesen seien. Mit dem Hochschulpakt könne das 40-Prozent-Ziel erreicht werden. Erfreut zeigte sich Schavan über ein Lob für die Bachelor-Studiengänge, durch die die Abbrecherquote mit 23 Prozent unter OECD- Durchschnitt liege. Gleichwohl bekenne sie sich zu der Reform des Systems, die Studierenden im Bildungsstreik zugesagt wurde. Schavan und der Präsident der Kultusministerkonferenz Henry Tesch (CDU) erklärten, dass Deutschland seine „Hausaufgaben“ machen wolle. Mit dem beim Bildungsgipfel im Herbst 2008 beschlossenen Ziel, die Bildungsausgaben bis 2015 auf sieben Prozent anzuheben, sei Deutschland auf dem richtigen Weg. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) dagegen sieht die 2008 verkündete „Bildungsrepublik“ in Gefahr: Mit der Einführung der Schuldenbremse werde die Erhöhung erschwert, „weil Bildungsfinanzen in den Haushalten nicht als Bildungsinvestitionen gelten“. Da durch die Wirtschaftskrise das Bruttoinlandsprodukt sinkt, müsse zudem für die Bildungsausgaben ein Mindestsockel bezogen auf 2007 festgelegt werden. Ulla Burchardt (SPD), Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag, macht Studiengebühren für sinkende Anfängerzahlen verantwortlich. Sie zeigten „das Scheitern von Bildungsministerin Schavan und den CDU-Länder, die an Studiengebühren festhalten“. Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands Heinz-Peter Meidinger kritisierte die pauschale OECD-Forderung, die Zahl der Studierenden zu erhöhen. Viele Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer fänden nur schwer eine adäquate Beschäftigung. -ry

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