Rechungshof rügt die FU : Kritik an Firmenpleiten der Freien Universität

Im aktuellen Bericht des Berliner Rechnungshofs wird die Freie Universität kritisiert: Unternehmensbeteiligungen und Kooperationen führten zu einem Millionenverlust. Schuld daran sei Missmanagement auch seitens der Universität.

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Der Rechnungshof von Berlin kritisiert in seinem Jahresbericht „risikobehaftete Finanzierungsentscheidungen“ der Freien Universität (FU). Bei Unternehmensbeteiligungen hat die FU demnach weder konkrete Ziele vorgegeben noch die Geschäfte hinreichend kontrolliert. Der beanstandete finanzielle Verlust von „mehr als 1,1 Millionen Euro“ ist offenbar vor allem auf das Scheitern der Alumni-Vereinigung der FU in den USA zurückzuführen.

Dass die FU mit ihrer 2002 gegründeten Alumnivereinigung „Friends of Freie Universität Berlin“ über eine Million Euro verloren hat, wurde vor drei Jahren bekannt. Der Verein sollte in den USA um Spenden für die FU werben, kostete aber weit mehr, als er einbrachte. Der Rechnungshof führt jetzt einzelne Posten auf, darunter 2007 und 2008 Zahlungen von 150 000 Euro sowie die Miete für Räume in New York von 75 000 Euro. Eine 600 000-Dollar-Spende zur Sanierung des Henry-Ford-Baus auf dem FU-Campus in Dahlem, die 2010 genannt wurde, erwähnt der Rechnungshof nicht. Die Großspende sollen die „Friends“ für laufende Kosten ausgegeben haben. 2009 löste die FU den Verein auf, wobei laut Rechnungshof 150 000 Euro Anwaltskosten anfielen. Am Ende hätten Ausgaben von fast 1,3 Millionen Euro Spenden von nur 230 000 Euro gegenübergestanden.

Gescheitert ist die FU auch mit zwei Unternehmen. Ein 2002 als GmbH gegründetes Institut sollte Personalmanagementberatung und die Vermittlung interkultureller Kompetenzen anbieten. Dies sei ein „schwer zu vermittelndes Angebot“, gab die FU bereits 2006 bei einer ersten Rechnungshofprüfung zu. 2010 verkaufte die FU ihre Anteile. Dabei erhielt sie zwar ihre Stammeinlage von 12 500 Euro zurück, musste aber offenbar die Anschubfinanzierung von 66 000 Euro und das Gehalt der Geschäftsführerin abschreiben.

Eine weitere Firma, die Studierenden Praxisprojekte unter anderem in Pharma- Unternehmen vermitteln sollte, gründete die FU 2005. Die Studenten sollten in der Unternehmensforschung Dienstleistungen erbringen. Als Erfolge ausblieben, beauftragte die FU die von studentischen Geschäftsführern geleitete GmbH mit „Programmierungsleistungen“. Der Rechnungshof kritisiert, die Uni hätte ihre Beteiligung frühzeitig aufgeben müssen. Dies geschah erst 2011. Die 2009 von der FU mitgegründete Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW) kommt im Bericht des Rechnungshofs nicht vor. Wie berichtet will die FU die defizitäre DUW verkaufen. Über die Höhe der Verluste schweigt die Uni.

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