Wissen : Rektoren fordern 3000 Professuren HRK macht der Politik Vorschläge

Der Bund soll aus seinen Mitteln binnen der kommenden zehn Jahre 3000 zusätzliche Professuren schaffen. Das wünscht sich die Hochschulrektorenkonferenz (HRK). „Damit würden sich die Karriereperspektiven das wissenschaftlichen Nachwuchses deutlich verbessern“, erklärte Horst Hippler, der Präsident der HRK, nach einem Senatsbeschluss am Mittwoch. Die 3000 Professuren sollen dauerhaft eingerichtet werden. Sie sollen kapazitätsneutral aufgebaut werden, also nicht verbunden sein mit der Pflicht für die Hochschulen, zusätzliche Studierende aufzunehmen. Der Bund könnte die Stellen allerdings nur dann dauerhaft finanzieren, wenn die Verfassung entsprechend geändert würde. Das fordert die HRK schon seit Jahren.

Ein weiterer jetzt von ihr gemachter Vorschlag ließe sich auch ohne Verfassungsreform realisieren. Die Programmpauschale für öffentlich finanzierte Drittmittelprojekte soll schrittweise erhöht werden: von jetzt 20 Prozent auf 50 bis 70 Prozent der Projektkosten im Jahr 2019. Mit der Programmpauschale („Overhead“) sollen diejenigen Kosten abgedeckt werden, die durch ein Drittmittelprojekt für die Infrastruktur und die Verwaltung entstehen. Bislang ist die Pauschale jedoch zu niedrig, um die tatsächlich anfallenden Kosten zu decken, kritisieren die Hochschulrektoren.

Die Rektoren wünschen auch, dass der Bund sich wieder dauerhaft am Hochschulbau beteiligt. Auch dafür müsste die Verfassung geändert werden. Die Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau von Bund und Ländern war mit der Föderalismusreform abgeschafft worden. Noch bis 2019 überweist der Bund den Ländern übergangsweise jährlich 700 Millionen Euro. Die Zweckbindung an den Hochschulbau entfällt aber im kommenden Jahr. Wird sie nicht verlängert, können die Länder das Geld auch für andere Projekte ausgeben. akü

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