Rübenzucker : Süßes aus der Erde

Andreas Marggraf fand den Zucker in der Rübe. Heute vor 300 Jahren wurde der Entdecker des heimischen Zuckers in Berlin geboren.

Maria Curter

Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Zucker in Apotheken verkauft. Die „süße Droge“ war kostbar. Sie kam von weit her – aus China, Indien und später aus der Karibik. Dabei hatte Andreas Sigismund Marggraf bereits im Jahr 1747 herausgefunden, dass der Stoff auch aus Runkelrüben gewonnen werden kann. Am heutigen Dienstag vor 300 Jahren wurde der Entdecker des heimischen Zuckers in Berlin geboren.

Zunächst assistierte Marggraf in der väterlichen Apotheke „Zum Goldenen Bären“. Später studierte er Medizin, Mineralogie und Metallurgie in Berlin, Halle, Straßburg und Freiberg. Schon ein Jahr nach seiner Rückkehr nach Berlin wählte ihn die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften im Februar 1738 zu ihrem Mitglied. Er erhielt dort eine Anstellung und entwickelte unter anderem neue Methoden, um Phosphor und Zink, Salpeter und Salpetersäure herzustellen.

Friedrich II. schätzte den Chemiker. So beauftragte er ihn mit Gutachten, die unter anderem klären sollten, ob aus märkischem Sand Steine hergestellt werden können. Oder er bat ihn, einen Kaffeeersatz zu finden, um die überseeischen Importe einzuschränken. Den Vorschlag, aus Rüben Zucker zu gewinnen, ignorierte der Alte Fritz jedoch. Als Marggraf am 7. August 1782 in Berlin starb, schien die Entdeckung vergessen.

Doch sein Assistent Franz Carl Achard machte weitere Versuche. Ihm gelang es, Rüben mit einem höheren Zuckergehalt zu züchten und die Technik zur industriellen Herstellung des Zuckers aus heimischen Runkelrüben zu entwickeln. 1802 ging die erste Zuckerrübenfabrik der Welt im schlesischen Cunern in Betrieb. Bis in die dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Zuckersiedereien auf dem Kontinent. Seitdem wird der süße Stoff im Lebensmittelhandel verkauft – und nicht mehr in Apotheken. 

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