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Sars-ähnliche Erkrankung : Mann stirbt in München an neuartigem Coronavirus

27.03.2013 00:00 Uhr
Gefährliche Erreger. Coronaviren unter dem Mikroskop.Bild vergrößern
Gefährliche Erreger. Coronaviren unter dem Mikroskop. - Foto: dpa

Mit dem Münchner Fall stieg die Zahl der weltweit bekannten Infektionen auf 17, zehn dieser Patienten starben. Die meisten stammen aus dem Nahen Osten. Das könnte nur die Spitze des Eisbergs sein, warnen Virologen. Denn noch weiß man zu wenig über das neue Virus.

In Deutschland erlag erstmals ein Mensch dem neuartigen Coronavirus. Der 73-Jährige war am 19. März schwer krank aus Abu Dhabi zur Behandlung nach München verlegt worden. Dort isolierten ihn die Ärzte sofort, vier Tage später wurde das Virus nachgewiesen. Der Patient starb in der Nacht zum Dienstag an einem Kreislaufschock, sagte der Infektiologe Clemens Wendtner vom Klinikum Schwabing. Alle Kontaktpersonen werden medizinisch überwacht. Für die Bevölkerung habe keine Ansteckungsgefahr bestanden.

Mit dem Münchner Fall stieg die Zahl der weltweit bekannten Infektionen auf 17, zehn dieser Patienten starben. Die meisten stammen aus dem Nahen Osten. Das mit dem Sars-Erreger verwandte Virus greift die Lungen, aber auch andere Organe wie die Nieren an. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich. Als Ansteckungen innerhalb von Familien bekannt wurden, rief die Weltgesundheitsorganisation Mitte Februar zur Wachsamkeit gegenüber dem neuen Virus auf.

Den ersten Fall entdeckte im letzten Sommer der Virologe Ali Mohammed Zaki in einem Krankenhaus in Jeddah. Er alarmierte sofort über die Datenbank „ProMed“ Forscher und Gesundheitsbehörden in aller Welt – und verlor deshalb auf Druck des saudischen Gesundheitsministeriums seine Anstellung: „Sie mochten nicht, dass die Sache in ProMed auftauchte. Sie haben das Krankenhaus gezwungen, meinen Vertrag aufzuheben“, sagte er dem britischen „Guardian“.

Virologen wie Christian Drosten von der Universität Bonn warnen, dass die bekannten Fälle nur die Spitze eines Eisbergs sein könnten. Man wisse immer noch viel zu wenig über den Ursprung des Virus und verpasse möglicherweise den Zeitpunkt, zu dem man eine Epidemie leicht aufhalten könnte. dpa/jas

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