Saturnmond Enceladus : "Cassini" jagt durch die Eiswolken des Enceladus

Zum zweiten Mal soll jetzt die Raumsonde "Cassini" nahe am Saturnmond vorbeifliegen und die Zusammensetzung der Wolken messen. Forscher spekulieren, ob es auf dem Himmelskörper Leben geben könnte.

Eiswüste. Der Saturnmond Enceladus ist von einer dicken Eisschicht bedeckt. Die Kruste ist von Geysiren durchbrochen - vermutlich gibt am Grund des verborgenen Ozeans hydrothermale Aktivität.
Eiswüste. Der Saturnmond Enceladus ist von einer dicken Eisschicht bedeckt. Die Kruste ist von Geysiren durchbrochen - vermutlich...Foto: dpa

Unwirtlicher als Enceladus kann ein Himmelskörper auf den ersten Blick eigentlich fast gar nicht sein. Der 1789 entdeckte und nach einem Giganten aus der griechischen Mythologie benannte Saturnmond ist eine Eiskugel mit Temperaturen von bis zu minus 240 Grad Celsius. Unter dem dicken Eispanzer des rund 500 Kilometer messenden Mondes schwappt ein Ozean, außerdem gibt es Geysire, die Fontänen aus Wassereispartikeln spucken.

Aber trotz all dieser Ungemütlichkeit suchen Wissenschaftler auf Enceladus nach Formen einfachen Lebens, denn Wasser ist eine Grundbedingung dafür. Wichtige Erkenntnisse dafür erhoffen sie sich von einer spektakulären Abtauch-Mission der Nasa-Sonde „Cassini“ an diesem Mittwoch (16.22 Uhr MEZ).

Auf rund 50 Kilometer soll sich die unbemannte Sonde dem Enceladus nähern und so tief wie nie zuvor in seine Eispartikelwolken tauchen. Während des Flugs soll Cassini Fotos machen und die Wassereispartikel mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten an Bord untersuchen: Wie viele spuckt Enceladus und woraus bestehen sie genau?

Seit mehr als zehn Jahren bei Saturn

Vor allem soll die Sonde Ausschau nach Wasserstoff halten. „Wenn wir molekularen Wasserstoff in der Wolke bestätigen können, würde das beweisen, dass es auf dem Grund des Ozeans von Enceladus hydrothermale Aktivitäten gibt“, sagt Hunter Waite vom Southwest Research Institute in Texas. Wasserstoff kann sich unter anderem bei verschiedenen Reaktionen in heißem, stark unter Druck stehendem Wasser bilden. Bis es erste Ergebnisse gibt, könnte es allerdings Monate dauern, warnen die Forscher.

Auf Erkundungstour. Seit Juli 2004 kreist die amerikanisch-europäische Raumsonde Cassini im Saturnsystem.
Auf Erkundungstour. Seit Juli 2004 kreist die amerikanisch-europäische Raumsonde Cassini im Saturnsystem.Abb.: DLR/dpa

„Cassini“ war 1997 gestartet und umkreist seit 2004 den Saturn, der mehr als 60 bekannte Monde hat. Die Mission, die gemeinsam mit der europäischen Raumfahrtbehörde Esa und der italienischen Raumfahrtbehörde Asi erfolgt, soll noch bis 2017 laufen. Im Dezember soll die Sonde unter anderem zum dritten und letzten Mal nah am Enceladus vorbeifliegen, bevor dann 2016 das „große Finale“ beginnt. Dann soll Cassini mehrfach zwischen dem Saturn und seinen Ringen durchfliegen. (dpa)

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