Wissen : Schavan erwägt Universitäten des Bundes

Bundesbildungsministerin Annette Schavan hält es für möglich, dass leistungsstarke Universitäten mit hohem Finanzbedarf mittelfristig in die Zuständigkeit des Bundes wechseln. Nach dem Auslaufen der Exzellenzinitiative werde eine Debatte über eine dauerhafte Finanzierung exzellenter Strukturen einsetzen, sagte die CDU-Politikerin der „Berliner Morgenpost“. „Spätestens dann wird sich die Frage nach Standorten von Bundesuniversitäten stellen.“  

Unterstützung erhielt Schavan vom Präsidenten der Berliner Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz. Man müsse über Bundesuniversitäten nachdenken, sagte Olbertz. Berlins Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) erklärte am Sonntag, man könne auch über Modelle wie das „Karlsruhe Institute of Technology“ diskutieren. In Berlin wäre nach diesem Vorbild etwa eine Kooperation der Charité mit dem Max-Delbrück-Zentrum denkbar. So würde „auf einen Schlag ein Institut von Weltrang entstehen“, sagte Zöllner dem Handelsblatt.

Von Koalitionskollegen erntete Schavan dagegen Kritik. „Statt neuer Strukturdebatten sehe ich die Notwendigkeit, die in der Verfassung gegebenen Möglichkeiten zu nutzen“, sagte Unionsfraktionsvize Michael Kretschmer (CDU). Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Patrick Meinhardt, kritisierte, dass er nur aus den Medien von Schavans Überlegungen erfahren habe.

Zurzeit läuft die letzte Runde der Exzellenzinitiative mit einem Volumen von 2,7 Milliarden Euro. Mit dem Wettbewerb fördern Bund und Länder bis 2017 herausragende universitäre Forschung. kkp/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar