Schavan mahnt Unis zur Eile : Bachelor und Master

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat die deutschen Hochschulen aufgerufen, ihre Studiengänge zügiger als bisher auf Bachelor und Master umzustellen.

Amory Burchard

Erst 12,5 Prozent aller Studierenden seien in den neuen Studiengängen eingeschrieben, erklärte Schavan am Freitag nach einer Konferenz der europäischen Bildungsminister in London, bei der es um den Stand des Bologna-Prozesses ging. 1999 hatten die Minister im italienischen Bologna beschlossen, dass bis 2010 ein europäischer Hochschulraum mit vergleichbaren Abschlüssen entstehen soll.

Aufholen müssten die deutschen Hochschulen auch bei der Ausgabe von Diploma Supplements, ausführlichen Informationen zum Abschluss und den damit verbundenen Qualifikationen. Für die zögerliche Einführung „gibt es keine Entschuldigung“, sagte Schavan. Sie forderte von den Hochschulen auch, die Neustrukturierung der Studiengänge für „eine wirkliche Modernisierung der Curricula“ zu nutzen und das Betreuungsverhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden zu verbessern. Nur wenn die Bachelorphase durch ein Tutorensystem begleitet werde, sei ein gutes Studium möglich.

Im Zentrum des Londoner Kommuniqués, das 46 europäische Bildungsminister beschlossen, steht die Mobilität von Studierenden und Dozenten. Die Minister fordern die Unis auf, mehr gemeinsame Studiengänge anzubieten und Lehrpläne zu flexibilisieren. Für Deutschland bedeute mehr Mobilität auch, „dass es Bachelorstudiengänge geben wird, die mit Auslandsaufenthalt dreieinhalb oder vier Jahre dauern“, sagte Schavan.

Neue Zahlen zur Studienreform stellte am Freitag das Hochschul-Informationssystem (HIS) vor. Danach haben sich 2006/07 bereits 48 Prozent der Studienanfänger für einen Bachelorstudiengang entschieden, 18 Prozent mehr als im Vorjahr, ermittelte das HIS im Auftrag des Bundesbildungsministeriums. Ein Unidiplom strebten 18 Prozent an, ein Fachhochschuldiplom zehn Prozent. Nur vier Prozent entschieden sich für einen Magisterstudiengang.

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