Schule : Sitzenbleiben gegen Turbo-Abitur

Nach dem Vorschlag eines Schuldirektors im hessischen Gießen sollen Fünftklässler freiwillig sitzen bleiben, damit sie so wieder neun Jahre Zeit bis zum Abitur haben.

Nach dem Vorschlag eines Schuldirektors im hessischen Gießen sollen Fünftklässler freiwillig sitzen bleiben, damit sie so wieder neun Jahre Zeit bis zum Abitur haben. Der Direktor des Herder-Gymnasiums, Dieter Hebel, plant für diese Kinder einen eigenen Klassenzug neben dem Turbo-G-8. Dies sei bei fünf Parallelklassen an der Schule möglich. Im gewonnenen Schuljahr würde nicht der Vorjahresstoff wiederholt, sondern nach altem G-9-Plan gelernt. „Es gibt viele Eltern, die Angst vor G-8 haben“, sagte Gath, „sie schicken ihre Kinder nicht auf das Gymnasium, obwohl sie das schaffen könnten.“ Ihnen wolle er ein Angebot machen. Die Lehrergewerkschaft GEW lehnt die Idee ab. Unsinnige Gesetze zögen den nächsten Unsinn nach sich, sagte Landesvorsitzender Jochen Nagel. Das Schulamt kündigte an, Gath mit einem Verbot zu stoppen, sollte dieser nicht selbst die Rechtswidrigkeit einsehen. Die Möglichkeit, ein Kind freiwillig eine Klasse wiederholen zu lassen, sei nur für Einzelfälle vorgesehen. Der Schulleiter lehnt das achtjährige Gymnasium nicht pauschal ab. Er wolle aber auch anderen Schülern eine Chance geben, sagte er. Die Lehrerkonferenz stimmte der Idee mehrheitlich zu. Beifall findet Gath bei Eltern des Dortmunder Leibniz-Gymnasiums. Diese hatten Ende Februar mit einem kollektiven Sitzenbleiben gedroht. Nach der Ankündigung sagte die Bezirksregierung rasch mehr Lehrer und Unterricht zu.fvb

0 Kommentare

Neuester Kommentar