Schweifstern wird sichtbar : Komet Ison leuchtet immer heller

Er könnte zu einem großen Himmelsschauspiel im ausgehenden Jahr werden: Der Komet Ison nähert sich immer weiter der Sonne und ist mittlerweile bereits mit bloßem Auge sichtbar.

Im Anflug. Diese Teleskopaufnahme zeigt Ison am 15. November.
Im Anflug. Diese Teleskopaufnahme zeigt Ison am 15. November.Foto: Eso/dpa

Der Komet Ison hat ein oder mehrere größere Stücke seines Kerns verloren und leuchtet jetzt heller als zuvor. Das teilt das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau mit. Durch die Abspaltung sei viel Material an die Oberfläche gelangt, das nach vier Milliarden Jahren erstmals dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, sagte der Forscher Hermann Böhnhardt. Das lasse den Kometen deutlich stärker leuchten als zuvor.

Nach Angaben von Böhnhardt hat Ison einen Durchmesser von mehreren Kilometern. Die Abspaltungen seien vermutlich jeweils so groß wie ein mehrstöckiges Gebäude. Sie bewegten sich jetzt wie kleine Begleiter des Kometen, die sich aber allmählich vom Kern entfernen.

Der Eisklumpen befindet sich im Anflug auf die Sonne, der er am 28. November auf bis zu 1,8 Millionen Kilometer nahe kommt. Es gebe inzwischen erste Berichte, dass der Schweifstern in der Morgendämmerung mit bloßem Auge sichtbar sei, sagte Böhnhardt. Wenn man bei klarem Himmel in der Stunde vor Sonnenaufgang nach Osten schaue, sei die Chance zur Beobachtung am größten.

Astronomen erhoffen sich von Ison einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Sonnensystems und in die Entstehung des Lebens auf der Erde. Der Komet wurde am 21. September 2012 mit einem Teleskop des International Scientific Optical Network (Ison/Internationales wissenschaftliches Netz optischer Teleskope) entdeckt, nach dem er auch benannt wurde. (dpa)

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