Wissen : Schwertwale: Aus eins mach drei

Schwertwale mit ihrer markanten schwarz-weißen Zeichnung bilden vielleicht mehr als nur eine Art. Diesen Verdacht nährt eine Untersuchung amerikanischer und dänischer Forscher. Mindestens drei „Ökotypen“ von Schwertwalen seien demnach seit mehr als 150 000 Jahren eigenständig, berichten sie im Fachblatt „Genome Research“. „Wir empfehlen, die drei Ökotypen als vollwertige Arten anzusprechen“, schreiben die Forscher um Phillip Morin von der amerikanischen Ozeanographie- und Wetterbehörde NOAA. Die übrigen Typen sollten vorläufig, bis zum Vorliegen weiterer Daten, als Unterarten eingestuft werden.

Schwertwale (Orcinus orca) sind in allen Weltmeeren heimisch. Die Tiere bilden jedoch keine einheitliche Population. Vielmehr gibt es kleinere Gruppen, die sich in ihrem Sozialverhalten und in ihren Jagdmethoden voneinander unterscheiden. Genetische Untersuchungen hatten bislang jedoch kaum nennenswerte Unterschiede im Erbgut dieser Gruppen gefunden. Morin und Kollegen untersuchten Gewebeproben von 139 Schwertwalen aus Nordatlantik, Nordpazifik und dem Südpolarmeer. Sie sequenzierten die komplette DNS in den Mitochondrien, den Zellkraftwerken. Zwischen den verschiedenen Ökotypen, etwa den Fische oder Meeressäuger fressenden Schwertwalen im Südpolarmeer, findet demnach seit 150 000 bis 700 000 Jahren anscheinend kein Genaustausch mehr statt. JKM

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