"Scientific Reports" : Schneller publizieren – gegen Gebühr

Für 750 Dollar Aufpreis werden eingereichte Artikel schneller begutachtet - mit dieser Option provoziert ein Open-Access-Journal Diskussionen.

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Nach dem Forschen kommt das Publizieren, doch oft dauert es Monate bis ein Fachartikel erscheint. Beim Fachjournal „Scientific Reports“ gibt es nun die Möglichkeit, das Ganze zu beschleunigen – für 750 Dollar. Seit dem 24. März können Autoren mit Manuskripten zu biologischen Themen diese „Überholspur“ nutzen. Gegen Zahlung der Extragebühr erhalten sie binnen drei Wochen definitiv Bescheid, ob der Beitrag angenommen wird. Die Begutachtung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Firma Research Square. Das Vorgehen der „Scientific Reports“, die ebenso wie das renommierte Fachblatt „Nature“ zur Nature Publishing Group (NPG) gehören, stößt auf Kritik.

Protestnote von einigen Herausgebern

Mark Maslin, Klimaforscher am University College London, erklärte zwei Tage später seinen Rücktritt als Herausgeber des Journals. Er befürchtet, dass ein Zwei-Klassen-System entsteht, in dem Forscher mit größerem Budget mehr publizieren.

Unterdessen gibt es auch Kritik von 28 weiteren Herausgebern. Sie befürchten, dass das System der Begutachtung von Arbeiten – bislang kostenlos – leidet, sowie Benachteiligungen für Forscher mit knappem Budget, schreiben sie an die NPG. Die wiederum hebt hervor, dass es sich um einen Test handele, um herauszufinden, ob dieser Weg von den Beteiligten als nützlich empfunden wird.

Publizieren in „Scientific Reports“ kostet bereits jetzt Geld. Um die Kosten des Open-Access-Journals zu decken, sind pro Beitrag 1495 Dollar fällig.

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