Wissen : Seehunde gebären einen Monat früher

Die Seehunde im Wattenmeer bringen ihre Jungen heute fast vier Wochen früher zur Welt als in den 70er Jahren. Das berichten niederländische Zoologen im Fachblatt „Biology Letters“. Einen Grund sehen sie ausgerechnet in der starken Befischung der Nordsee. Die Fischerei konzentriere sich auf größere Raubfische, erläutern Peter Reijnders und seine Kollegen vom Forschungsinstitut Imares auf Texel. Dies führe wiederum zu größeren Beständen kleinerer Fische, der bevorzugten Nahrung des Seehundes. „Normalerweise geht Überfischung mit negativen Auswirkungen auf Meeressäuger einher“, erklären die Forscher. In diesem besonderen Fall scheine zumindest der Seehund zu profitieren. Reijnders und Kollegen hatten Zählungen von Seehunden auf Sandbänken im niederländischen Wattenmeer analysiert, die in den Jahren 1974 bis 2009 per Flugzeug durchgeführt worden waren. Aus der Zahl der beobachteten Jungtiere schlossen sie auf den Höhepunkt der jährlichen Geburtssaison. JKM

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