Semesterticket in Berlin : Ärger um das VBB-Ticket für TU-Studierende

Beim Semesterticket gibt es Ärger für Studierende der TU: Seitdem sie zusätzliche eine Bescheinigung bei der Kontrolle vorlegen müssen, zweifeln Kontrolleure fälschlicherweise ihren Studierendenstatus an.

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Es gibt Ärger um das Semesterticket in Berlin, das auch für die BVG gilt.
Es gibt Ärger um das Semesterticket in Berlin, das auch für die BVG gilt.Foto: dpa

Beim Semesterticket gibt es für Studierende der Technischen Universität Berlin (TU) seit diesem Jahr eine Sonderregel. Sie müssen zusätzlich zum Ticket eine schriftliche Immatrikulationbescheinigung mit sich führen und bei Kontrollen vorzeigen. Können sie die Bescheinigung nicht vorweisen, müssen sie Strafe zahlen. Doch die neue Regel hat jetzt offenbar dazu geführt, dass Kontrolleure fälschlicherweise den Status von Studierenden anzweifeln. Das geht aus einer Antwort der Wissenschaftsverwaltung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Anja Schillhaneck hervor.

Die Tickets wurden auf Ebay weiterverkauft, sagt der VBB

Hintergrund ist folgender: Die TU gibt als einzige Uni als Studierendenausweis eine Plastikkarte aus, die unbegrenzt gültig ist. Auf die Karte kleben Studierende dann jedes Semester die jeweils aktuellen Semesterticketaufkleber. Diese Aufkleber wurden zu Semesterbeginn aber „regelmäßig“ über Ebay oder das Schwarze Brett zum Verkauf angeboten, behauptet der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Dadurch konnten Personen das Ticket erwerben, die zwar noch ihren alten Studierendenausweis besitzen, aber nicht mehr Studierende sind. Durch das Vorzeigen solle dem Missbrauch ein Riegel vorgeschoben werden, heißt es in der Antwort der Verwaltung, die sich auf Aussagen des VBB bezieht. Zum VBB gehören auch BVG und S-Bahn.

Doch wie oft Tickets wirklich früher missbraucht wurden, ob sich diesbezüglich jetzt etwas geändert hat  – das alles weiß der VBB gar nicht. „Eine Messung der Effekte kann nicht erfolgen“, wird vom VBB übermittelt. Auch würden keine Statistiken vorliegen, in wie vielen konkreten Fällen es in den vergangenen Jahren zum Weiterverkauf von Semesterticketaufklebern kam. Es sei aber wichtig gewesen, „eine Möglichkeit der Kontrolle zu schaffen“.

Die Kontrollen haben sich verkompliziert

Hinweise gibt es dagegen, dass sich Kontrollen verkompliziert haben, heißt es: „In Einzelfällen brachte dies Unannehmlichkeiten für die Studierenden mit sich, deren Immatrikulationsbescheinigungen fälschlicherweise angezweifelt wurden.“ Es sei aber „ausdrücklich“ nicht das Ziel, „vermehrt erhöhte Beförderungentgelte einzunehmen“. Dem TU-Asta sind indes Fälle bekannt, wo Studierende zu Unrecht Strafe zahlen sollten. Der Asta weist auch darauf hin, dass die Immatrikulationsbescheinigungen nicht fälschungssicher sind, da sie von Studierenden selbst ausgedruckt werden können.

Der VBB gibt zu, dass die aktuelle Regelung für TU-Studierende „keine endgültig zufriedenstellende Lösung“ darstellt. Mittelfristig wolle man elektronische Tickets einführen. An den anderen Hochschulen gibt es das Problem bisher nicht: Diese geben laut Schillhaneck Studierendenausweise aus, die jeweils nur für ein halbes Jahr gültig sind. Diese gelten dann automatisch als Semesterticket.

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