Wissen : Senat will mehr Professorinnen an Berlins Unis

In der Wissenschaftspolitik sind Frauen in dieser Woche ein großes Thema. Am Montag hörte der Bundestag Experten an. Zugleich kündigte die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern an, das Thema Chancengleichheit zum „Querschnittsthema in allen GWK-Angelegenheiten“ machen zu wollen. Am heutigen Mittwoch will Berlins Wissenschaftsausschuss sich mit dem Thema befassen. Und am gestrigen Dienstag präsentierte Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) sein Programm für Chancengleichheit.

Frauen an Berlins Hochschulen sollen bis 2011 mit insgesamt 13,5 Millionen Euro oder jährlich bis 3,4 Millionen gefördert werden, sagte Zöllner im Roten Rathaus. Damit würden unter anderem rund 100 neue Stellen für Professorinnen geschaffen. Der Senat hat damit die Fortsetzung des erstmals 2001 aufgelegten „Berliner Programms zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre“ bis 2011 beschlossen. Es wird nun eine Säule des Masterplanes – und um insgesamt sechs Millionen Euro aufgestockt. Bislang standen für die Fortsetzung des Programms bis 2009 jährlich 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Eine Hälfte fließt in vorgezogene Nachfolgeberufungen. Wie berichtet sollen bis zu 70 Stellen mit W2- und W3-Besoldung zwei bis drei Jahre vor dem Ausscheiden eines Stelleninhabers doppelt besetzt werden – mit Wissenschaftlerinnen.

Mit der anderen Hälfte der Mittel werden Post-Doc-Programme wie die Juniorprofessur oder Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen finanziert. „Wir wollen die Situation von Frauen an Universitäten und Fachhochschulen entscheidend verbessern“, sagte Zöllner. Heute sind in Berlin 21,2 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt, der Bundesdurchschnitt liegt bei 14,3 Prozent; bei Berliner Neubesetzungen sind es 43 Prozent.

Wird die Chancengleichheit auch bei den Forschungsvorhaben im Rahmen der geplanten Superuni eine Rolle spielen? Schließlich macht die DFG ihre Projektförderung davon abhängig, ob weibliches Personal beteiligt ist und Gender-Aspekte „angemessen berücksichtigt werden“. Solche Aspekte sollten in Berlin „sehr wohl eine entscheidende Rolle spielen“ und böten sich als ein Schwerpunkt beim geplanten Forschungsverbund an, sagte Zöllner. -ry

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