Wissen : Sonnenflecken vorhergesagt

Prognose des Weltraumwetters mit Schallwellen

Mit einem neuen Verfahren lassen sich Sonnenflecken bereits bis zu zwei Tage vor ihrem Erscheinen auf der Sonnenoberfläche aufspüren, berichten amerikanische Forscher. Die frühe Entdeckung von Sonnenflecken könnte zu einer Verbesserung der Vorhersage des Weltraumwetters führen. Die entstehenden Flecken verraten sich durch bis zu 65 000 Kilometer unter der Oberfläche liegende starke Magnetfelder. Diese magnetischen Strukturen steigen dann mit einer Geschwindigkeit von 300 bis 600 Metern pro Sekunde auf, berichten die Forscher im Fachblatt „Science“.

Sonnenflecken sind Regionen auf der Sonnenoberfläche, in denen starke Magnetfelder das Aufsteigen heißer Materie aus dem Sonneninneren unterbinden. Die Regionen sind dadurch kühler und dunkler als ihre Umgebung. Große Sonnenfleckengruppen sind zugleich Zentren weiterer magnetischer Aktivitäten: „Aktive Regionen auf der Sonne verursachen Strahlungsausbrüche und koronale Massenauswürfe“, schreiben Stathis Ilonidis und sein Team von der Universität Stanford.

Wenn die dabei ins Weltall geschleuderten elektrisch geladenen Teilchen die Erde erreichen, kommt es zu magnetischen Stürmen. Sie können zu Stromausfällen und Satellitenversagen führen. „Eine Überwachung der Prozesse unter der Oberfläche der Sonne und eine damit verbundene Voraussage der magnetischen Aktivität würde die Vorhersage des Weltraumwetters verbessern“, schreiben die Forscher.

Versuche, die aufsteigenden Magnetfelder vor ihrem Durchbruch an die Oberfläche nachzuweisen, waren bislang gescheitert. Ilonidis und seine Kollegen haben nun ein neues Verfahren entwickelt, um die starken Magnetfelder aufzuspüren. Sie messen nicht direkt die Magnetfelder, sondern die durch die Magnetfelder verursachten Störungen in der Ausbreitung von Schallwellen im Sonneninneren.

Für ihre Messungen benutzten die Wissenschaftler das amerikanisch-europäische Sonnenobservatorium Soho, das 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt Richtung Sonne im Weltall stationiert ist. Die Wissenschaftler stießen auf deutliche Anomalien in der Ausbreitung der akustischen Wellen in Regionen, in denen ein bis zwei Tage später Sonnenflecken auftauchen. Eine genaue Analyse dieser Anomalien deutet auf einen Ursprung in einer Tiefe von 57 000 bis 66 000 Kilometern unter der Sonnenoberfläche hin. wsa

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