Wissen : SPD warnt vor Studienplatz-Chaos

Unklar, ob Unis neues Bewerbungsportal annehmen

Mit System? Zehntausende zusätzlicher Studienanfänger kommen. Ein Bewerberportal soll das Verfahren beschleunigen. Foto: dpa
Mit System? Zehntausende zusätzlicher Studienanfänger kommen. Ein Bewerberportal soll das Verfahren beschleunigen. Foto: dpaFoto: dpa

Droht im Sommer ein neues Studienplatzchaos? Zwar sei das neue Internetsystem der Stiftung für Hochschulzulassung, der Nachfolgerin der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS), nun endlich technisch startklar, sagt die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt (SPD). Damit sollen zum Wintersemester 2011/12 bundesweit Studienplatzbewerbungen zentral bearbeitet werden, um Mehrfachbewerbungen und lange Wartezeiten zu verhindern. „Doch entscheidende Fragen wie die dauerhafte Finanzierung und die Beteiligung aller Hochschulen sind immer noch nicht geklärt“, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Das neue Bewerbungsportal Hochschulstart.de soll zwar Mitte April starten, doch noch ist nicht klar, wie viele Hochschulen sich beteiligen. „Die Hochschulen sind bereit, daran teilzunehmen, wenn das System studierendenfreundlich ist und das Auswahlrecht der Hochschulen gewährleistet ist“, sagt Ulrich Meyer-Doerpinghaus, Sprecher der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Das Verfahren laufe umso besser, je mehr daran teilnähmen.

Die Teilnahme ist freiwillig, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern haben ihre Unis und Fachhochschulen aber verpflichtet, ihre Studienplätze bei Hochschulstart.de anzubieten, in Berlin ist die Teilnahme in den Hochschulverträgen festgeschrieben. „Wir verzeichnen ein großes Interesse“, heißt es bei der Stiftung Hochschulzulassung in Dortmund. Wer tatsächlich mitmacht, stehe aber erst Anfang April fest, wenn die Hochschulen ihre Angebote binnen 14 Tagen in das System einstellen sollen. Ab dem 15. April werde es dann für Studienplatzbewerber freigeschaltet.

Weil aber einige Länder die Kosten für die Arbeit der neuen ZVS-Stiftung auf ihre Hochschulen abwälzen wollten, könnten sich etliche Unis und FHs erst gar nicht an dem neuen System beteiligen, befürchtet Ulla Burchardt. Die Rektoren vertrauten darauf, „dass die Länder die Finanzierung sicherstellen“, sagt HRK-Sprecher Meyer-Doerpinghaus.

Unterdessen hat der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Swen Schulz, die Länder aufgefordert, den aktuellen Bedarf an Studienplätzen auszurechnen und die Hochschulen entsprechend auszubauen. -ry/dpa

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