STAMMZELLPIONIER : Von Mäusen und Viren

Rudolf Jaenisch wurde 1942 im niederschlesischen Wölfelsgrund geboren. Er studierte in München zunächst Medizin, landete aber schnell in der Forschung. „Das fand ich einfach viel interessanter“, sagt er.

Schon 1976 gelang ihm ein großer Erfolg: Er konnte zeigen, dass es mit Viren möglich ist, fremde DNS-Stücke fest im Erbgut von Mäusen zu verankern. Diese „transgenen Tiere“ sind heute ein wichtiges Werkzeug in biomedizinischen Laboren und werden genutzt, um zahlreiche Krankheiten zu erforschen.

Jaenisch zeigte auch an Mäusen, dass es mit der Technik des Klonens möglich ist, angeborene Gendefekte zu beheben. Er tritt für die Verwendung embryonaler Stammzellen in der Forschung ein, ist aber gegen das Klonen von Menschen.

Inzwischen arbeitet Jänisch vor allem an iPS-Zellen. Das sind Zellen, die mithilfe von Viren in den Zustand einer Stammzelle zurückgezwungen werden und das Potenzial haben, sich zu jeder beliebigen Zelle des Körpers zu entwickeln.

Anfang dieses Jahres gelang es Jänisch, solche Zellen aus den Hautzellen von Parkinsonpatienten herzustellen und aus ihnen anschließend Nervenzellen zu züchten. Das erlaube die Parkinsonerkrankung nun gewissermaßen in der Petrischale zu erforschen, sagte er, warnte aber zugleich, der Weg zu einer Therapie sei noch sehr weit. kkp

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