Wissen : „Starke Faszination“

Austauschschüler bleiben den USA treu Die meisten von ihnen sind Gymnasiasten

Bei den Austauschschülern, die das kommende Schuljahr im Ausland verbringen werden, ist die USA mit weitem Abstand am beliebtesten. Rund 9460 Schüler aus Deutschland wählten die USA als Gastland, wie aus einer Umfrage des „Recherchen-Verlags“ hervorgeht, der etwa 50 Austauschorganisationen befragt hat. Zu den Ursachen zähle, dass ein Aufenthalt in den USA als relativ preisgünstig gelte. Außerdem übe das Land „eine starke Faszination auf Jugendliche aus“. Weitere 7800 Schülerinnen und Schüler verbringen ihr Austauschjahr demnach in einem von 40 anderen Ländern.

Zunehmend nachgefragt seien besonders Länder, in denen die Landessprache Englisch sei: Kanada (1928), Neuseeland (1302), Australien (1121), aber auch England (609) und Irland (330) erfreuten sich wachsender Beliebtheit. In der Hitliste schafft es nur Frankreich mit 350 Schülern unter die Spitzengruppe. Es folgen Argentinien (281), Brasilien (195), Spanien (170), Costa Rica (158) und Südafrika (150).

Schon im hinteren Mittelfeld liegen bei der Nachfrage Italien (59) und Schweden (49), die von exotischeren Orten wie Thailand (48), Uruguay (40) und Panama (38) gefolgt werden.

Auf den am wenigsten ausgetreten Pfaden wandeln Schülerinnen und Schüler, die ein Jahr in Moldawien verbringen (fünf), in Aserbaidschan, in Island, Serbien oder der Ukraine (je drei) oder gar in Tansania (zwei).

Viele Schüler seien nicht nur neugierig darauf, eine neue Kultur kennenzulernen. Bei ihnen stünden „Karriereaspekte“ und bessere Sprachkenntnisse im Vordergrund, berichtet der „Recherche-Verlag“, der Schülern und Eltern neutrale Informationen zum Thema geben will (www.schueleraustausch.de). Das Interesse am Schüleraustausch sei zwar „ungebrochen“. Allerdings klagten Eltern zumal infolge der Wirtschaftskrise über die hohen Kosten. Auch fühlten sie sich und ihre Kinder nicht gut von Lehrern und Behörden unterstützt.

Der Schüleraustausch ist noch immer vor allem eine Sache für Gymnasiasten. Sie machen einen Anteil von 95 Prozent aus. Etwa drei Viertel der Teilnehmer stammen dem Bericht zufolge „aus sehr guten bis gehobenen finanziellen Verhältnissen“, selbst wenn manche Organisationen Stipendien anbieten.

Die meisten Schüler, 12 675, gehen mit kommerziellen Anbietern ins Ausland. Gemeinnützige Organisationen entsenden 4753 Schüler. Bei den Schülern, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen, ist das Bild umgekehrt: Die meisten kommen mit gemeinnützigen Anbietern (1679), mit kommerziellen Organisationen sind nur 516 unterwegs. akü

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