Startklar : Deutscher Physiker wird Astronaut

Alexander Gerst hat es geschafft. Der 33-jährige Physiker gehört zu den sechs Kandidaten von rund 8000 Bewerbern, die ins Astronautenkorps der europäischen Raumfahrtorganisation Esa aufgenommen werden.

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A. Gerst

Der deutsche Physiker Alexander Gerst wird gemeinsam mit zwei Italienern, darunter eine Frau, sowie einem Dänen, Franzosen und Briten Astronaut für die Esa. Der Generaldirektor der europäischen Raumfahrtorganisation Jean-Jacques Dordain stellte die Nominierten am Mittwoch in Paris vor.

Der in Künzelsau (Baden-Württemberg) geborene Gerst sagte, für ihn sei mit der Nominierung ein Traum wahr geworden, den er seit seiner Kindheit gehegt habe. Denn sein Großvater, ein Funkamateur, habe ihn für die Raumfahrt begeistert. Gerst betonte, er sei „stolz“, im Team des Astronautenkorps an der Umsetzung der europäischen Raumfahrtpolitik mitwirken zu können.

Der Raumfahrt-Koordinator der Bundesregierung, Peter Hintze (CDU), sprach angesichts der Auswahl Gersts von einem großen Tag für Deutschland. Er hoffe, dass ein deutscher Astronaut künftig auch einmal seinen Fuß auf den Mond oder gar Mars setzen könne. Auf die Ausschreibung der Esa vom Mai 2008 waren mehr als 8400 Bewerbungen eingegangen.

Deutschland stellte mit fast 1800 Bewerbern, darunter 310 Frauen, nach Frankreich das zweitgrößte Kontingent. Gesucht waren Persönlichkeiten mit abgeschlossenem Studium etwa in Lebenswissenschaften, Physik, Chemie oder Medizin. Sie mussten ärztliche Atteste wie Privatpiloten vorlegen sowie fließend Englisch sprechen und nach Möglichkeit auch gute Russischkenntnisse haben.

Das eigentliche Training der sechs Kandidaten erfolgt im europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln. Die Esa verfügt derzeit über acht voll ausgebildete Astronauten, darunter ist als einziger Deutscher Hans Schlegel. Die neuen Raumfahrer bereiten sich nicht nur auf Flüge zur Internationalen Raumstation, sondern auch zum Mond und weiter vor. Der erste Einsatz erfolgt nach Ansicht von EAC-Chef Gerhard Thiele aber nicht vor 2013/14.

Trotz des exklusiven Charakters ihres Berufs dürfen die künftigen Raumfahrer nicht auf große Reichtümer hoffen. Das Gehalt liegt bei etwa 4200 Euro – hinzu kommen aber noch diverse Zulagen. (ddp)

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