STECKBRIEF : Bei jedem Zehnten ist die Erkrankung tödlich

DAS BAKTERIUM

Bei zehn bis 20 Prozent der Menschen leben Meningokokken auf der Nasenschleimhaut. Diese Menschen sind das Meningokokken-Reservoir. Es gibt zwölf Arten (Serogruppen) von Neisseria meningitidis, bei uns sind die Serogruppen B und C vorherrschend. Gefährlich wird es, wenn Keime die Schleimhautbarriere durchbrechen und ins Blut gelangen.

DIE KRANKHEIT
Übertragen werden Meningokokken durch Schleimhautkontakte wie Zungenküsse und durch Tröpfcheninfektion aus der Nähe, etwa durch Anhusten. Zwischen Infektion und Erkrankung vergehen nur wenige Tage. In zwei Dritteln der Fälle herrscht die Hirnhautentzündung (Meningitis) vor, in einem Drittel die Sepsis, das Ausstreuen der Erreger in die Blutbahn („Blutvergiftung“). Meningitis-Zeichen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, steifer Nacken, Überempfindlichkeit gegen Licht. Dazu Fieber, Übelkeit, Schüttelfrost. Die Krankheit führt in rund zehn Prozent der Fälle zum Tod, oft in den ersten 24 bis 48 Stunden. Rasche Gabe von Antibiotika ist lebensrettend.

DIE IMPFUNG

Geimpft wird mit einem gut verträglichen, zuverlässigen und rasch (innerhalb von zwei Wochen) wirksamen Totimpfstoff. Empfohlen wird die einmalige Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C im zweiten Lebensjahr, spätestens bis zum 18. Lebensjahr. Auch Immungeschwächte, Personen im Umkreis von regionalen Ausbrüchen, Reisende in Länder mit vielen Meningitisfällen (Afrika, Asien) und Kontaktpersonen von Erkrankten sollten sich impfen lassen.

In Berlin nimmt man einen regionalen Ausbruch bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), an. Deshalb gibt es eine bis zum 31. Januar 2014 befristete Impfempfehlung für diesen Personenkreis, die am 27. Juli in Kraft tritt. Ob die Krankenkassen die Kosten der Impfung übernehmen, ist noch unklar, wird aber in den meisten Fällen erwartet.

Weitere Informationen hat die Deutsche Aidshilfe hier zusammengestellt.

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