Streit um Unifusion : BTU Cottbus legt eigenen Plan für Lausitz-Hochschulen vor

Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU) will eigenständig bleiben – aber zwei „Schools“  künftig gemeinsam mit der Hochschule Lausitz betreiben. Eine Initiative will Unterschriften gegen die Fusionspläne der Ministerin sammeln.

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Alarmiert. Studierende der BTU Cottbus gehen für ihre Uni auf die Straße.
Alarmiert. Studierende der BTU Cottbus gehen für ihre Uni auf die Straße.Foto: dapd

Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU) will eigenständig bleiben – aber zwei „Schools“ für Wirtschaft sowie Architektur künftig gemeinsam mit der Hochschule Lausitz betreiben. Das sieht ein Gegenkonzept der BTU zu dem umstrittenen Fusionsplan von Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) vor. Das BTU-Konzept stellte Unipräsident Walther Zimmerli am Montag vor. Der Vorschlag sei „effektiv“, die Hochschulen könnten „schnell miteinander kooperieren“, ohne dass wie bei einem Zusammenlegen der Hochschulen ein neues Gesetzgebungsverfahren nötig sei, heißt es in einer Erklärung Zimmerlis. „Die Begründung des Ministeriums für die Auflösung der beiden Hochschulen ist damit nicht weiter stichhaltig.“

Ministerin Kunst will die BTU und die Hochschule Lausitz, eine FH mit Sitz in Senftenberg und Cottbus, zusammenlegen und eine neue „Energie-Universität“ gründen. Kunst geht damit über den Vorschlag einer Expertenkommission hinaus, die zwar eine engere Zusammenarbeit, aber keine Fusion vorschlug. In Cottbus gibt es heftigen Widerstand gegen die Pläne. Vor kurzem kündigte eine Initiative an, 20 000 Unterschriften für den Erhalt der Hochschulen sammeln zu wollen. Auch in dem BTU-Konzept wird der Fusionsplan als „nicht ausgereift, rechtlich viel aufwendiger, viel zu teuer und mit hohen Kollateralschäden verbunden“ kritisiert.

Das BTU-Konzept folgt weitgehend dem Kommissionsvorschlag. Statt bisher vier will die Uni drei Fakultäten eigenständig betreiben: für Energie und Ressourcen, für IT und Mathematik sowie für Maschinenbau und Materialwissenschaften. Bei den „Schools“ (Institute) für Wirtschaft sowie für Architektur und Bauingenieurwesen sollten sich BTU und FH zusammentun, sie sollten anwendungs- und forschungsorientrierte Studiengänge anbieten. Auch in der Weiterbildung will die BTU mit der FH kooperieren. Das BTU-Konzept entkräfte den Vorwurf Kunsts, die Uni sei von innen heraus nicht reformfähig, heißt es.

Die BTU strebt demnach auch die Aufnahme in die Deutsche Forschungsgemeinschaft an. Das wolle man durch „Erhöhungen der Leistungen in der Grundlagenforschung und durch die Intensivierung der Graduiertenausbildung“ erreichen. Bis Ende des Jahres sollen die Unterlagen für eine Vorprüfung bei der DFG eingereicht werden. Die fehlende Mitgliedschaft war  neben schwachen Forschungsleistungen ein weiterer Kritikpunkt, den die Expertenkommission und die Ministerin geäußert hatten. Tilmann Warnecke

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