Wissen : Streit um Unizugang für Berufstätige

Öffnen sich die Berliner Hochschulen nicht schnell genug für Berufstätige, die ohne Abitur an die Uni wollen? Das kritisieren zumindest die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. Die Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte drohe zum Wintersemester „zur Farce zu werden“, erklärt die wissenschaftspolitische Sprecherin Anja Schillhaneck. Die neuen Regeln der jüngsten Novelle des Berliner Hochschulgesetzes für diesen Bereich würden von den Hochschulen nur unzureichend umgesetzt. Laut der Novelle sollen Handwerksmeister und Fachschulabsolventen eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung erhalten, also mit Abiturienten gleichgestellt werden. Doch versuchten beruflich Qualifizierte nun sich zu bewerben, würden sie „leider meist vertröstet“.

Schillhaneck macht die Senatsverwaltung für das Problem verantwortlich. Diese habe „schlicht versäumt“, eine Ausführungsvorschrift zu erlassen, wie bei einem NC-Verfahren Abitur- und Meisterprüfungsnoten verglichen werden sollen. Die Senatsverwaltung weist die Vorwürfe zurück. Der Senat habe nie vorgehabt, den Hochschulen Ausführungsvorschriften vorzugeben, sagte ein Sprecher von Senator Zöllner. Das liege in der Autonomie der Hochschulen. Diese müssten nun ihre Zulassungsordnungen entsprechend ändern. Klar sei, dass mit dem Inkrafttreten der Gesetzesnovelle gegenteilige Vorschriften bei der Zulassung der Hochschulen nicht mehr gelten würden. tiw

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