Studentenwohnheime : Teures Wohnen für Studierende

Neue Wohnheime sollen deutlich mehr kosten.

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Die neuen in Berlin geplanten Studierendenwohnheime werden für Bewohnerinnen und Bewohner offenbar deutlich teurer als bisherige Wohnheimplätze. Die Wissenschaftsverwaltung geht bei neuen Wohnheimprojekten von einem „Mietpreisbereich von ca. 300 Euro pro Monat“ aus, wie es in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Anja Schillhaneck und Katrin Schmidberger heißt.

Über dem Bafög-Höchstsatz für Wohnen

Damit würden die Mieten deutlich über den 224 Euro liegen, die beim Bafög-Höchstsatz fürs Wohnen vorgesehen sind. Der von der Wissenschaftsverwaltung anvisierte Preis ist auch höher als die aktuelle Durchschnittsmiete, die das Studentenwerk für seine Wohnheime nimmt. Sie liegt bei 211 Euro. Der billigste Platz ist derzeit sogar für 108 Euro in einem Wohnheim am Aristotelessteig in Karlshorst zu haben. Das teuerste Apartment in der Hardenbergstraße kostet 365 Euro (bei den Sätzen ist jeweils die Bruttowarmmiete gemeint).

Wie berichtet, hatte der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit vor zwei Jahren angekündigt, 5000 neue Wohnheimplätze zu schaffen. Getan hat sich seitdem allerdings nicht viel. Im Januar wurde das Vorhaben auf einer Senatsklausur immerhin bekräftigt. Allerdings sollen nicht die Studentenwerke einen Großteil der neuen Plätze bauen, sondern die städtischen Wohnungsbaugesellschaften und vor allem die landeseigene Immobiliengesellschaft „Berlinovo“. Diese soll die Hälfte der geplanten 5000 Plätze schaffen. Aus dem Studentenwerk ist zu hören, man sei über das Vorgehen des Senats „sehr irritiert“.

2000 Wohnheimplätze "in Planung"

Laut der Antwort von Staatssekretär Steffen Krach auf die Anfrage der Abgeordneten befinden sich mehr als 2000 Plätze „in Planung“. Derzeit werde eine Senatsvorlage zu dem Thema zwischen den beteiligten Verwaltungen abgestimmt. Wann die ersten neuen Wohnheime bezugsfertig sein könnten, bleibt derweil weiter offen.

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