Studentenzahlen : Statistisches Bundesamt: Weniger Studienanfänger

Die Studienanfängerzahlen in Deutschland sind laut dem Statistischen Bundesamt im letzten Jahr erneut zurückgegangen. Und das obwohl Experten eigentlich einen Studentenberg erwarten.

Im Wintersemester 2006/2007 nahmen nach den Berechnungen der Statistiker bundesweit 295 091 Anfänger ihr Studium auf. Im Wintersemester 2005/2006 waren es noch 299 954, im Jahr zuvor 300 959. Dies geht aus der neuesten Studierendenstatistik hervor.

Die Zahlen überraschen – nach der Prognose der Kultusminister wird in den nächsten Jahren eigentlich mit einem Studentenberg gerechnet, bereits jetzt sollten die Studierendenzahlen steigen. Woran könnte der Rückgang liegen? Im letzten Jahr wies Margret Wintermantel, die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, darauf hin, wegen der anhaltenden Unterfinanzierung der Hochschulen würden bundesweit immer mehr Numerus-clausus-Studiengänge eingerichtet. Die Hochschulen würden also aus Geldnot die Zahl der Plätze verknappen – die durchaus steigende Nachfrage von Abiturienten nach Studienplätzen würde sich deshalb nicht in steigenden Anfängerzahlen niederschlagen.

Oder könnten die in mehreren Ländern eingeführten Studiengebühren abschreckend wirken? Mit „allgemeinen Studiengebühren und Studienkrediten mit Verschuldungsgarantie“ würden „Zugänge zur Uni systematisch verbaut“, kritisierte gestern Kai Gehring, Sprecher für Hochschulpolitik der grünen Bundestagsfraktion. Die neuen Zahlen zeigen hier allerdings ein uneinheitliches Bild: So ist in den Gebührenländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg die Zahl der Studienanfänger tatsächlich gesunken. In Bayern, wo Studierende ebenfalls zahlen müssen, nahmen allerdings deutlich mehr Anfänger ein Studium auf. Auch in Berlin stieg die Anfängerzahl zwischen 2004 und 2006 um knapp 1200 auf 16 793.

Verantwortlich könnten auch konjunkturelle Gründe sein. So könnten es aufgrund des Wirtschaftsaufschwungs Abiturienten attraktiver finden, eine Lehre statt eines Studiums zu absolvieren. Aus der Kultusministerkonferenz hieß es gestern, man wolle die Zahlen nicht interpretieren und sich nicht an Spekulationen für die Ursachen des Rückgangs beteiligen. (tiw)

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