Studie : Die TU als Wirtschaftsmacht

Einer Studie des DIW zufolge rentiert sich die Universität für Berlin. Mit diesen Ergebnissen ringt die TU um eine angemessene Finanzausstattung.

Uwe Schlicht

BerlinDie Technische Universität Berlin hat sich im Ringen um eine angemessene Finanzausstattung wissenschaftliche Schützenhilfe geholt. Die Unileitung beauftragte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin mit einer Studie zum „Wirtschaftsfaktor TU Berlin“. Das DIW bescheinigt der Universität eine erhebliche Wirtschaftsmacht: Ihre 28 000 Studenten geben im Jahr 255 Millionen Euro in Berlin aus, die Beschäftigten der Technischen Universität zahlen allein 15 Millionen Euro Steuern im Jahr. Rechnet man die vielen Erfindungen durch TU-Forscher hinzu und auch die Ausgründungen durch Wissenschaftler und Studierende, entsteht eine beeindruckende Bilanz. So seien durch die Aktivitäten der TU im Jahre 2005 rund 11 000 Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt worden, sagte der Präsident des DIW, Klaus Zimmermann, am Montag an der TU.

Die Studie zeigt, dass eine Universität nicht allein an ihrem Staatszuschuss gemessen werden kann: Das Land Berlin hat die TU im Jahre 2006 mit 276 Millionen Euro ausgestattet. Zusätzlich warb die TU 81 Millionen an Drittmitteln für die Forschung ein. Aus diesen Beträgen sei in Berlin eine Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen in Höhe von 424 Millionen Euro entstanden, sagte Zimmermann. Die Berliner Wirtschaft habe daraus Einkommenszuwächse in Höhe von 533 Millionen Euro erzielt.

Deutschland brauche zur Sicherung seines Standortes hervorragend ausgebildete Ingenieure und Naturwissenschaftler – und auch die Forschungsergebnisse seiner Universitäten, kommentierte der Vorsitzende des Kuratoriums der TU, Manfred Gentz, die Studie. Deswegen müsse das Land Berlin alles daran setzen, die TU zu einer der besten technischen Universitäten in Deutschland zu entwickeln. Das sei jedoch nur auf der Grundlage einer soliden Finanzierung möglich. Weitere Etatkürzungen, wie sie die Berliner Universitäten in den letzten 20 Jahren erlebt hätten, seien nicht mehr zu verkraften und wären „wirtschaftlich völlig verfehlt“, sagte Gentz. Zuvor hatte das DIW bereits ein ähnliches Gutachten für die Wissenschaftsstadt Adlershof und über die Bedeutung aller Universitäten für die Stadt erarbeitet. 

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