Studie : E-Mails zeigen weltweite Wanderung

Forscher des Max-Planck-Instituts werten den E-Mail-Verkehr von 43 Millionen Yahoo-Nutzern aus. Die Daten geben Aufschluss über aktuelle Migrationsströme.

Der Internetdienstleister Yahoo kooperiert mit einer Forschungsgruppe des Max-Planck-Instituts.
Der Internetdienstleister Yahoo kooperiert mit einer Forschungsgruppe des Max-Planck-Instituts.Foto: dpa

Durch Analysen des weltweiten E-Mail-Verkehrs hat das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock Migrationsströmen nachgespürt. Die bisherigen Erhebungen zu Wanderungsbewegungen seien zwischen den Ländern kaum vergleichbar und „oft veraltet“, erklärte Bevölkerungsforscher Emilio Zagheni am Montag. Zudem seien offizielle Wanderungszahlen meist problematisch, weil Migranten dazu tendierten, sich nach einem Umzug nicht oder erst sehr spät bei den Behörden anzumelden.

Der MPI-Forscher wertete gemeinsam mit einem Yahoo-Experten den E-Mail- Verkehr von 43 Millionen Benutzerkonten des Internetdienstleisters aus. Für zwischen September 2009 und Juni 2011 geschriebene Mails wurden der Wohnort des Absenders, Geburtstag und Geschlecht aus der IP-Adresse und dem Benutzerkonto verwendet. Die Forscher arbeiteten nach eigenen Angaben ausschließlich mit anonymisierten Daten und konnten weder den Autor einer Nachricht noch deren Inhalt erkennen.

Im Ergebnis konnte zum Beispiel für die USA erstmals die Auswanderung nach Geschlecht und Alter beziffert werden. Dabei habe sich auch gezeigt, dass die Mobilität nach der Finanzkrise deutlich zugenommen habe. Dasselbe Phänomen zeigte sich laut Max-Planck-Institut bei fast allen entwickelten Staaten, mit wenigen Ausnahmen wie der Schweiz oder Taiwan. (AFP)

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