Studie zur Autonomie von Hochschulen : So frei sind Universitäten

Hochschulen in Deutschland bekommen laut einer neuen Studie tendenziell mehr Autonomie. Selbst in NRW, das einige Freiheiten rückgängig machte, sind die Änderungen wenig dramatisch.

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Berlin ist bei der Autonomie der Hochschulen eher zurückhaltender - Bayern übrigens auch.
Berlin ist bei der Autonomie der Hochschulen eher zurückhaltender - Bayern übrigens auch.Foto: dpa-tmn

Wie frei können und sollen Hochschulen über ihre Finanzen und ihr Personal entscheiden können? Über die Autonomie der Hochschulen wurde in letzter Zeit viel gestritten. Insbesondere in Nordrhein-Westfalen, wo CDU und FDP einst viele Freiheiten gewährt hatten, was die SPD-geführte Regierung teils zurücknehmen wollte. Ähnliche Debatten gab es auch in Baden-Württemberg und Hessen.

Proteste in Nordrhein-Westfalen

Die Änderungen der Hochschulgesetze in diesem Ländern sind längst beschlossen. Doch sie sind weniger dramatisch, als die Proteste der Hochschulen vermuten lassen würden. Das stellt jetzt zumindest eine Studie des privaten Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung fest, die dem Tagesspiegel vorliegt. Die Studie vergleicht, wie sich die Autonomie zwischen 2009 und 2014 entwickelte. Kriterien sind dabei etwa, ob Unis ihre Professoren selber berufen können, ob sie Globalhaushalte haben, ob das Land bei der Entwicklungsplanung mitreden darf und inwieweit die Hochschulleitungen statt vom Staat von externen Hochschulräten kontrolliert werden.

Demnach sind NRW und Hessen die einzigen Länder, die in dem Zeitraum die Autonomie überhaupt ein wenig beschnitten haben. „Das kann inhaltlich aber nicht als ,Totalumkehr’ bewertet werden“, heißt es in der Studie. Denn in der Praxis würden die Änderungen wohl nur geringfügige Auswirkungen haben. In NRW könnte das Land jetzt Rahmenvorgaben für die Haushaltsführung machen, etwa wenn es um die IT-Infrastruktur geht. Allerdings habe das Wissenschaftsministerium selber gesagt, dass das kaum geschehen werde, heißt es in der Studie. Ebenso werde das Land wohl zunächst darauf verzichten, einen Entwicklungsplan für die NRW-Hochschullandschaft aufzustellen.

Berlin ist bei der Autonomie zurückhaltender

Ohnehin liegt NRW immer noch auf dem von dem Institut entwickelten „Autonomie-Indikator“ vorne. Die meisten Länder haben die Autonomie ihrer Hochschulen sogar noch weiter gestärkt. Auch Berlin: Hier wertet die Studie positiv, dass die leistungsorientierte Mittelvergabe ausgebaut wurde. Berlin bleibt aber eines der Länder, das in Sachen Autonomie zurückhaltender ist – wie übrigens auch Bayern.

Über den wissenschaftlichen Erfolg sagen die Autonomiegrade in den Ländern nur bedingt etwas aus. In der Exzellenzinitiative haben die drei großen Berliner Unis zum Beispiel fast genauso viel eingeworben wie die ein Dutzend Unis aus NRW zusammengenommen.

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