Studienberechtigte : Weniger Abiturienten, aber weiter Allzeithoch

Wegen des demografischen Wandels ist die Zahl der Schulabgänger mit Hochschul- oder Fachhochschulreife leicht gesunken. Doch die Hochschulen müssen sich weiterhin auf einen starken Andrang einstellen.

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Volle Reihen. Die SPD fordert mehr Geld für die Schaffung zusätzlicher Studienplätze.
Volle Reihen. Die SPD fordert mehr Geld für die Schaffung zusätzlicher Studienplätze.Foto: dpa

Trotz doppelter Abiturjahrgänge in vier Ländern ist die Zahl der Studienberechtigten 2012 erstmals seit 18 Jahren geringfügig gesunken. Rund 498 400 Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Jahr die Hochschul- oder Fachhochschulreife erworben, 1,7 Prozent weniger als 2011. Das gab jetzt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekannt. Damit bleibt die Zahl gleichwohl auf einem historischen Rekordstand; 2001 waren es lediglich 343 500 Studienberechtigte.

In Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Bremen, wo doppelte Abiturjahrgänge die Schulen verließen, stiegen die Zahlen der Studienberechtigten um bis zu 33 Prozent (Berlin). In Bayern und Niedersachsen, die schon 2011 Doppeljahrgänge entließen, sanken sie um 33 beziehungsweise 22 Prozent.

Dass es insgesamt etwas weniger Hochschulberechtigte gibt, liegt am demografischen Wandel vor allem in Ostdeutschland. So gingen die Zahlen in Sachsen-Anhalt um 2,6 Prozent und in Sachsen um 2,3 Prozent zurück. Aber auch in Schleswig-Holstein verließen 0,8 Prozent weniger Schüler mit Abitur oder Fachhochschulreife die Schulen, im Saarland waren es 0,7 Prozent weniger. Zu den Ländern mit einem deutlichen Plus auch ohne Doppeljahrgang gehören Hamburg (6,6 Prozent mehr) und Nordrhein-Westfalen (3,4 Prozent mehr).

Swen Schulz von der SPD-Fraktion im Bundestag forderte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) auf, den Hochschulpakt zur Schaffung zusätzlicher Studienplätze aufzustocken und weiterzuentwickeln. Sie müsse den Ländern endlich ein Angebot unterbreiten.

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